Vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung – im Landkreis Starnberg gibt es rund 31.900 Wohnungen, für die keine Miete bezahlt werden muss. Denn ihre Eigentümer nutzen sie selbst. 22 Prozent davon leben in einer Eigentumswohnung. Das geht aus einer regionalen Wohnungsmarkt-Analyse hervor, die das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) gemacht hat.
Die Wissenschaftler ermittelten dabei für den Landkreis Starnberg eine Wohneigentumsquote von 48 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Quote bei 43,5 Prozent. „Damit ist Deutschland ein 'Mieter-Land' und landet beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz”, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. „Die eigenen vier Wände rangieren bei den Menschen zwar immer noch ganz oben auf der Wunschliste. Aber gerade die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten”, sagt Günther.
Rund 22.700 Menschen dieser Altersgruppe leben nach Angaben des Pestel-Instituts aktuell im Landkreis Starnberg. Immer mehr von ihnen seien allerdings gezwungen, dauerhaft zur Miete zu wohnen. „Dabei gehören gerade Jobstarter und Familiengründer zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau. Aber die 'Nestbauer-Generation' ist längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden”, sagt Matthias Günther.
Es fehle an staatlicher Unterstützung, kritisiert der Bundesverband Deutscher Baustoff Fachhandel: „Der Bund hat zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld abgeschafft – und damit die effektive Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt”, sagt BDB-Verbandspräsidentin Katharina Metzger. Metzger fordert die Bundesregierung auf, schnell ein Programm für Wohneigentum – eine „Haus-Förderung” – in die Wege zu leiten. Wer Wohneigentum anschaffen wolle, müsse zudem in die Lage versetzt werden, dies auch mit nur wenig Eigenkapital zu schaffen.
An die Bundestagsabgeordneten von CSU und SPD aus dem Landkreis Starnberg und ganz Bayern appelliert die Präsidentin des Baustoff-Fachhandels, Katharina Metzger, Wort zu halten: „Im Koalitionsvertrag steht klipp und klar, dass Wohneigentum gefördert werden soll. Aber wann, wenn nicht jetzt?”