Die Stadt München bekommt eine neue Umbauagentur: Diese soll die Umnutzung von leerstehenden Büroflächen in Wohnungen künftig vorantreiben.
Oberbürgermeister Dominik Krause hatte direkt nach seinem Amtsantritt das Planungsreferat beauftragt, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln und dieses noch vor der Sommerpause dem Stadtrat vorzulegen. Die Agentur wird mit zwölf Stellen ausgestattet - und bei diesem wichtigen Vorhaben die zentrale Rolle einnehmen.
Bekanntlich fehlt es in München an Wohnraum. Gleichzeitig geben Unternehmen Büroflächen auf. Das Münchner ifo-Institut spricht in seiner Studie „Homeoffice und die Zukunft der Büros“ (2024) von einem Potenzial von 5,8 Millionen Quadratmetern Bürofläche, die in den Top-7-Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf) umgenutzt werden könnten. Bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 77 Quadratmetern wären das rund 60.000 Wohnungen. Das will die Landeshauptstadt künftig besser ausnutzen.
Ein Pilotprojekt hat der Stadtrat mit den „Ten Towers” in Berg am Laim bereits im Februar ermöglicht. In dem ehemaligen Bürogebäude in der Dingolfinger Straße wird Wohnraum für Azubis und Studierende entstehen. Das Ziel der Umwandlungsagentur wird sein, weitere solcher Pilotprojekte zu identifizieren und anzustoßen - fünf plant die Stadt noch in diesem Jahr. Die Umbauagentur soll zentrale Anlauf- und Beratungsstelle für Eigentümer und Projektentwickler werden und die Verwaltung mit diesen Akteuren vernetzen. Ferner soll sie dafür sorgen, dass geeignete Büroobjekte zentral erfasst werden und eine Strategie aufgesetzt wird, wo im Münchner Stadtgebiet Umnutzungen besonders sinnvoll sind.