Arabellahaus soll deutlich aufgewertet werden

Das Arabella-Hochhaus wurde 1969 fertiggestellt. Statt des Abrisses, der lange als unumgänglich galt, soll das Gebäude umgebaut, saniert und erweitert werden. (Foto: bas)
Das Arabella-Hochhaus wurde 1969 fertiggestellt. Statt des Abrisses, der lange als unumgänglich galt, soll das Gebäude umgebaut, saniert und erweitert werden. (Foto: bas)
Das Arabella-Hochhaus wurde 1969 fertiggestellt. Statt des Abrisses, der lange als unumgänglich galt, soll das Gebäude umgebaut, saniert und erweitert werden. (Foto: bas)
Das Arabella-Hochhaus wurde 1969 fertiggestellt. Statt des Abrisses, der lange als unumgänglich galt, soll das Gebäude umgebaut, saniert und erweitert werden. (Foto: bas)
Das Arabella-Hochhaus wurde 1969 fertiggestellt. Statt des Abrisses, der lange als unumgänglich galt, soll das Gebäude umgebaut, saniert und erweitert werden. (Foto: bas)

Es ist seit fast 60 Jahren ein Wahrzeichen Bogenhausens - und wird schon bald deutlich aufgewertet: Statt des Abrisses, der lange als unumgänglich galt, soll das Arabellahaus grundlegend umgebaut, saniert und erweitert werden. Zugleich soll die prägende architektonische Identität erhalten bleiben.

Die Weiterentwicklung des offenen, gemischt genutzten Hauses soll nach Angaben des zuständigen Immobilienunternehmens, der Bayerischen Hausbau Real Estate (BHRE), „neue Maßstäbe für die Revitalisierung großer Bestandsgebäude setzen”. Möglich wurde der Erhalt des Gebäudes durch Erleichterungen in der Bayerischen Bauverordnung sowie innovative bautechnische Lösungen. Die Bauphase wird voraussichtlich von Frühjahr 2030 bis Ende 2034 andauern.

Das neue Konzept für das markante Haus im Arabellapark sieht eine stärkere Öffnung des Gebäudes zur Stadt mit Raum für Erholung, Begegnung und Freizeit vor. Das Dach soll erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden: Vorgesehen sind hier Grün- und Erholungsflächen mit Gastronomie-, Kultur- sowie Sportangeboten. Bestandteil der architektonischen Planung ist eine Außenrolltreppenanlage entlang der Fassade, die vom Erdgeschoss bis zum Dach führt - laut den Besitzern der Immobilie wird dies sogar die längste Außenrolltreppenanlage Europas. Eine Terrasse in einem Durchbruch auf Höhe des 15. bis 19. Stockwerks („Skygarden“) bietet ebenfalls neue Nutzungsmöglichkeiten für die Mieter.

Mehrgeschossige Passage entsteht

Ergänzt wird das Konzept durch eine ebenerdige, mehrgeschossige Passage, die eine großzügige Verbindung für Fußgänger und eine Sichtachse zum Rosenkavalierplatz schafft. Das bisherige „Stadt-in-der-Stadt“-Prinzip des Arabellahauses soll weiterentwickelt werden: Innen bleibt der bewährte Mix aus verschiedenen Nutzungen bestehen – mit Gewerbe, Gesundheitsangeboten, Hotel und Wohnungen in unterschiedlichen Größen unter einem Dach. „Geplant ist die Schaffung preisgedämpften Wohnraums”, teilt die BHRE dazu mit.

Die bestehende Struktur soll durch den Anbau einer neuen Gebäudeschicht - sogenannter Regale - ergänzt und aufgewertet werden. Mit diesem innovativen Ansatz und dem Erhalt der Tragstruktur könne laut BHRE zugleich ein erheblicher Teil der im Gebäude gebundenen Ressourcen bewahrt werden. Rund 20.000 Tonnen CO₂-Äquivalente grauer Energie bleiben so in der Bausubstanz gebunden – eine Größenordnung, die in Deutschland nur wenige Großprojekte erreichen.

Gleichzeitig soll das Arabellahaus technisch, energetisch und funktional umfassend revitalisiert werden. Vorgesehen sind die Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung, Verbesserungen der Dämmung sowie Maßnahmen zur energetischen und digitalen Optimierung des Gebäudebetriebs. Zusätzlich werden neue Lösungen zur Energiegewinnung geprüft, darunter Photovoltaik auf Dachflächen.

Mieter müssen raus - Alternativen geplant

Schon im Jahr 2018 sind die Mieter der Wohnungen und Gewerbeflächen im Arabellahaus informiert worden, dass die Nutzung des bisherigen Gebäudes nach bald sechs Jahrzehnten nicht fortgeführt werden kann. Nach damaligem Planungsstand schien ein Abriss unumgänglich - vor allem, weil keine Möglichkeit bekannt war, die veraltete Haustechnik im Bestand zu erneuern. Über die neuen Pläne zur Revitalisierung sind die Mieter nun bereits vorab informiert worden.

Für die Mieter bedeutet dies, dass sie spätestens vor Baubeginn ab 2030 ausziehen müssen. Die BHRE will ihrer Verantwortung als Vermieter nach eigenen Angaben über das „gesetzlich notwendige Maß hinaus” nachkommen: Demnach hält das Unternehmen kurzfristig beziehbare Wohnungen in einem alternativen Objekt für Bewohner des Arabellahauses mit unbefristeten Mietverträgen vor. Dazu sei die Möglichkeit weiterer Wohnungen in einem geplanten Neubauprojekt vorgesehen.

23 Geschosse, viele Nutzungen

Das Arabellahaus wurde zwischen 1966 und 1969 errichtet. Zum Arabellapark-Ensemble gehören neben dem 23-geschossigen Hochhaus an der Arabellastraße auch die flankierenden Büro- und Geschäftshäuser am Rosenkavalierplatz. Insgesamt umfasst das Arabellahaus heute rund 87.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche mit Wohnen, Hotel, Klinik, Büro-, Einzelhandels- und Gastronomienutzungen. Das ursprünglich als „Stadt in der Stadt“ konzipierte Nutzungskonzept prägt den Standort im Münchner Nordosten bis heute - und soll es auch weiterhin.

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