Veröffentlicht am 13.07.2026 11:55

Sie sind wieder da: Das Valentin-Karlstadt-Musäum hat Grund zum Feiern

Da freuen sich alle: Nach fast zweijähriger Sanierungszeit wurde das Valentin-Karlstadt-Musäum feierlich wiedereröffnet von (v.l.) Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer, der Zweiten Bürgermeisterin Mona Fuchs, Museumsdirektion Sabine Rinberger und Kulturreferent Marek Wiechers.  (Foto: Michael Nagy)
Da freuen sich alle: Nach fast zweijähriger Sanierungszeit wurde das Valentin-Karlstadt-Musäum feierlich wiedereröffnet von (v.l.) Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer, der Zweiten Bürgermeisterin Mona Fuchs, Museumsdirektion Sabine Rinberger und Kulturreferent Marek Wiechers. (Foto: Michael Nagy)
Da freuen sich alle: Nach fast zweijähriger Sanierungszeit wurde das Valentin-Karlstadt-Musäum feierlich wiedereröffnet von (v.l.) Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer, der Zweiten Bürgermeisterin Mona Fuchs, Museumsdirektion Sabine Rinberger und Kulturreferent Marek Wiechers. (Foto: Michael Nagy)
Da freuen sich alle: Nach fast zweijähriger Sanierungszeit wurde das Valentin-Karlstadt-Musäum feierlich wiedereröffnet von (v.l.) Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer, der Zweiten Bürgermeisterin Mona Fuchs, Museumsdirektion Sabine Rinberger und Kulturreferent Marek Wiechers. (Foto: Michael Nagy)
Da freuen sich alle: Nach fast zweijähriger Sanierungszeit wurde das Valentin-Karlstadt-Musäum feierlich wiedereröffnet von (v.l.) Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer, der Zweiten Bürgermeisterin Mona Fuchs, Museumsdirektion Sabine Rinberger und Kulturreferent Marek Wiechers. (Foto: Michael Nagy)

Es ist kein Museum, sondern ein Musäum. Und es widmet sich auch nicht allein dem bekannten Münchner Humoristen und Volkssänger Karl Valentin, sondern auch seiner ebenso berühmten Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt. Beide sind viele Jahre nach ihrem Wirken noch im Gedächtnis der Allgemeinheit und damit das so bleibt, gibt es im Isartor diese Kultstätte, die ihresgleichen sucht: das Valentin-Karlstadt-Musäum. Allein sein Name feiert den einzigartigen, schrägen Humor des Erfinders vom Buchbinder Wanniger und Erklärers des Plurals von Semmelknödel, der bis heute die Nation am Lachen hält – zusammen mit der ebenso genialen Elisabeth Wellano.

Brandschutz-Update durchgeführt

Gegründet worden ist das Valentin-Karlstadt-Musäum 1959. Seit Dezember 2024 war es allerdings geschlossen, denn es musste sich notwendigen Sanierungsmaßnahmen unterziehen: Der Brandschutz war auf den neuesten Stand zu bringen. Nun sind die Bauarbeiten abgeschlossen und der Museums-, sorry, Musäumsbetrieb kann wieder aufgenommen werden. Doch vorher wurde das aufgefrischte Gebäude, wie es sich so gehört, feierlich wiedereröffnet. Vor Ort waren neben der Zweiten Bürgermeisterin, Mona Fuchs, die Stadtbaureferentin Dr. Ing. Jeanne-Marie Ehbauer, Kulturreferent Marek Wiechers und selbstverständlich auch die Musäumsdirektorin, Sabine Rinberger.

„Das Valentin-Karlstadt-Musäum ist ein Kleinod in der diversen und reichhaltigen Münchner Museumslandschaft. Ich freue mich, dass dieser wertvolle, kleine und wichtige Ausstellungsort im Isartor über das einmalige Duo Liesl Karlstadt und Karl Valentin dem Münchner Publikum wieder zugänglich ist und neue Aspekte im Leben der Komikerin und des Komikers beleuchtet”, freut sich Kulturreferent Marek Wiechers.

Wer war die Frau an Valentins Bühnenseite?

Ganz neu im Musäum ist seit der Wiedereröffnung die Ausstellung „Liesl Karlstadt – Flug zum Mond“. Sie erzählt die Biografie und Karriere der als Elisabeth Wellano geborenen Bühnenpartnerin von Karl Valentin, zeigt sie von ihrer unbekannten und privaten Seite. Die aus einfachen Verhältnissen stammende Münchnerin verlässt den sicheren Beruf der Verkäuferin, wählt die Brettlbühne und schließt sich dem Komiker Valentin an. Als Liesl Karlstadt schafft sie mit ihm noch nie Dagewesenes in der Kunst. Das Kino in der Ausstellung zeigt sie mit Karl Valentin auf der großen Leinwand. Weitere Film- und Hörstationen lassen ihr vielseitiges Schaffen lebendig werden – und sie kommt auch selbst zu Wort. „Der Flug zum Mond“ ist ursprünglich eine multimediale Inszenierung um das aufwendigste Stück des Duos. Im Musäum ist er für alle Besucher der stürmische Raketenflug in den zweiten Stock zu Liesl Karlstadt.

Vieles ist neu im Musäum

Überarbeitet worden ist die Ausstellung zu Karl Valentin, „Sturzflüge in den Zuschauerraum”. Sie überrascht mit Leihgaben von Original-Requisiten aus dem Nachlass Valentins, welcher der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln gehört: das Fahrrad, mit er durch Nacht und Nebel fuhr, oder das Steckenpferd, mit dem er als Schwerer Reiter den Militarismus parodierte. Aus dem Archiv des Musäums wird der aufgedoppelte Zylinder präsentiert – ein Requisit aus dem Stück „Das Christbaumbrettl”, oder die Uniformjacke, in der Liesl Karlstadt als Trommlerbua in den „Raubrittern vor München” mit Valentin über Ententräume sinniert.

Das künstlerische Schaffen von Valentin und Karlstadt zeigen die Miniaturbühnenbilder der Ausstellung, die neu in Szene gesetzt wurden. Die Geschichte der Münchner Volkssänger wird bei „An jedem Eck a Gaudi” erlebbar: Hier ist der Münchner Vorstadt-Blues zu Hause. Im runderneuerten Kassen- und Eingangsbereich begrüßt die Valentin'sche Ritterwelt die Musäumsbesucher. 98 Stufen und einen Raketenflug weiter erstrahlt das Turmstüberl in neuem Glanz. Auch neue Schätze wie Ballabzeichen, Bierflaschen von 1972 oder ein Ziegelstein als Eintrittskarte haben den Weg ins Café gefunden.

Gebäude nun fit für neuen Lebensabschnitt

Ausstellung und Café sind durch die Sanierung nun in einem den heutigen Anforderungen entsprechendem Gebäude erlebbar: Nun sind die Geschossdecken feuerbeständiger und die Treppentürme als Fluchtwege durch Sicherheitsglas und Brandschutztüren von den Ausstellungsräumen abgetrennt. Eine neue Brandmeldeanlage und die neue Sicherheitsbeleuchtung sind ebenfalls Teil des verbesserten Brandschutzes. Auch die Gebäudetechnik des Museums hat ein nachhaltiges Update erfahren. Neue Elektroleitungen, eine neue Beleuchtung und der Austausch der alten, ineffizienten Nachtspeicheröfen gegen einen Anschluss ans Fernwärmenetz (samt erneuerter Heizungsanlage) machen das Isartor bereit für einen weiteren Lebensabschnitt. „Mithilfe dieser baulichen Maßnahmen bleibt es als lebendiges Stück Stadtgeschichte weiterhin gut und sicher erleb- und betreibbar”, teilt die Stadt München mit.

Auch Bürgermeisterin Mona Fuchs ist begeistert: „Wie wunderbar, dass wir Münchnerinnen und Münchner und auch die Gäste unserer Stadt nach zwei Jahren endlich wieder in das Valentin-Karlstadt-Musäum gehen können. Die ganzen Ausstellungsstücke müssen einfach im Museum entdeckt werden und sind endlich nicht mehr im Depot. Liesl Karlstadt und Karl Valentin sind ein großer Teil der Münchner Kulturgeschichte und gehören einfach ins Herz unserer Stadt – ins Isartor.”

Nicht barrierefrei

Das Musäum ist täglich außer mittwochs von 11 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag bereits ab 10 Uhr. Weitere Informationen finden sich unter www.valentin-karlstadt-musaeum.de. Aus Denkmalschutzgründen ist das Gebäude nicht barrierefrei.

    north