Veröffentlicht am 06.07.2026 09:54

Neu restaurierte Fassungen bei den Internationalen Stummfilmtagen zu sehen

Buster Keatons Kassenschlager „Battling Butler” ist Teil der Internationalen Stummfilmtage des Filmmuseums München.  (Foto: © Britisch Film Institute (BFI))
Buster Keatons Kassenschlager „Battling Butler” ist Teil der Internationalen Stummfilmtage des Filmmuseums München. (Foto: © Britisch Film Institute (BFI))
Buster Keatons Kassenschlager „Battling Butler” ist Teil der Internationalen Stummfilmtage des Filmmuseums München. (Foto: © Britisch Film Institute (BFI))
Buster Keatons Kassenschlager „Battling Butler” ist Teil der Internationalen Stummfilmtage des Filmmuseums München. (Foto: © Britisch Film Institute (BFI))
Buster Keatons Kassenschlager „Battling Butler” ist Teil der Internationalen Stummfilmtage des Filmmuseums München. (Foto: © Britisch Film Institute (BFI))

Die Internationalen Stummfilmtage im Filmmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, präsentieren von Dienstag, 7., bis Sonntag, 26. Juli, ein abwechslungsreiches Programm mit neu restaurierten Klassikern und selten gezeigten Entdeckungen aus aller Welt. Alle Filme werden von international renommierten Stummfilmmusikern live begleitet. Die Vorstellungen beginnen unter der Woche sowie samstags um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Stefan Drößler, Direktor des Filmmuseums, gibt vor den Vorstellungen Einführungen zu den Filmen. Detaillierte Informationen zum Programm finden sich unter www.muenchner-stadtmuseum.de/

Querschnitt durch alle Genres und Themen

Die Auswahl der Filme ist ein Querschnitt durch alle Genres, Regionen, Themen und Stile des Stummfilms. Die Zuschauer erwarten phantasievolle Geschichten, sozialkritische Blicke auf die damalige Gegenwart und deutsche Action-Filme, die auf der ganzen Welt erfolgreich waren. An den Sonntagen geben Archivare und Filmrestauratoren Einblicke in die Arbeit der Filmarchive.
Unter anderem sind folgende Vorführungen zu sehen: Am Sonntag, 12. Juli, gibt es unter dem Titel „Die Anfänge des Films in München” ein unterhaltsames Programm mit Kurzfilmen, die von 1896 bis 1927 in München gedreht oder produziert wurden. Der zeitliche Bogen spannt sich von den Anfängen des Films 1896 mit einem dokumentarischen Blick auf den Karlsplatz und das Maximilianeum bis zum Kulturfilm „Achtung Klettermaxe” aus dem Jahr 1926. Vertreten sind die unterschiedlichsten Gattungen – vom Dokumentarfilm über Schattenspielfilme bis zu Zeichentrick- und Werbefilmen. Auch „Karl Valentins Hochzeit” ist dabei.

Antikriegsfilm mit Rudolph Valentino

Ein großer Publikumserfolg seiner Zeit war „Die vier Reiter der Apokalypse”, ein aufwändiger Antikriegsfilm aus dem Jahr 1921, in dem der damals noch unbekannte Rudolph Valentino den Latin Lover gibt. Der Film ist am Dienstag, 14. Juli, zu sehen.
Ein Außenseiter unter den amerikanischen Filmkomikern war Charles Bowers. Am Mittwoch, 15. Juli, werden seine Kurzkomödien gezeigt, in denen er surreale Geschichten um verrückte Erfindungen (ein unzerbrechliches Ei, ein vollautomatisches Restaurant, eine rutschfeste Bananenschale) mit einer von ihm entwickelten Tricktechnik kombinierte.
Am Donnerstag, 16. Juli, stehen zwei Stummfilme aus der UdSSR auf dem Programm: Die Komödie „Schachfieber” von 1925 sowie „Bett und Sofa” (1927), der in der Kritik als „Meisterwerk des psychologischen Realismus” bezeichnet wurde.
Den „Weg einer Proletarierin” können die Zuschauer am Freitag, 17. Juli, mitverfolgen. Die deutsche Schriftstellerin und Journalistin Marie M. Harder führte Regie bei dem Film, der zum Internationalen Frauentag 1927 zu sehen war. Marie Harder war Leiterin des Filmdienstes der SPD und produzierte in ihrem kurzen Leben neben diesem außergewöhnlichen Werk des realistischen Films noch ein zweites, „Lohnbuchhalter Kremke”, einen der letzten deutschen Stummfilme.

Hebamme erteilt Absage

Am Samstag, 18. Juli, gibt es zwei Filme aus Japan zu sehen – einer eine Slapstickkomödie von 1935, der andere ein Melodram über eine unerfüllte Liebe: In „Kinder sind ein Segen” spielt Shigeru Ogura, eine Art „japanischer Chaplin”, einen Pantoffelhelden mit sechs Kindern, der in Erwartung eines siebten verzweifelt versucht, eine Hebamme zu engagieren. Doch diese wartet noch immer auf die Bezahlung der ersten sechs Geburtshilfen und erteilt ihm eine Abfuhr. In „Straße ohne Ende” geht es um eine selbstbewusste Frau, die lernt, ihren eigenen Weg zu gehen und versucht, sich von einem Leben im Luxus loszusagen. Die witzigen Beobachtungen und liebevoll gezeichneten Nebencharaktere machen den Film zu einem Meisterwerk des japanischen Stummfilms.

Tierisches Vergnügen am Sonntag

Unter dem Titel »Harry Piel und das Kino der Sensationen« beleuchtet am Sonntag, 19. Juli, Andreas Thien vom Filmmuseum Düsseldorf deutsche Sensationsfilme aus der Stummfilmzeit. Harry Piel war deren größter Star und die Action-Filme mit ihm und seinen Kollegen hatten weltweit Erfolg in den Kinos. In „Was ist los im Zirkus Beely” freundet er sich mit dem Tiger an, zu dem er in den Käfig gestoßen wird, schmust mit ihm und dann gehen die beiden zusammen an die Zirkus-Bar.
Charlie Chaplin und Buster Keaton zählen zu den bekanntesten Komödianten der Stummfilmzeit. Die Vorstellung am Samstag, 25. Juli, widmet sich den beiden. Zuerst wird „Der Champignon” mit Chaplin aus dem Jahr 1915 gezeigt. Im Anschluss ist Keaton in „Battling Buttler” („Buster Keaton, der Boxer”) zu sehen. Dieser Film war sein größter Kassenerfolg.

Gute Preise

Der Eintritt kostet 7 Euro. Mitglieder im Förderverein MFZ zahlen nur 5 Euro. Karten können im Vorverkauf sieben Tage im Voraus online unter der Adresse deu01.kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies oder an der Abendkasse erworben werden. Die Abendkasse öffent eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Reservierungen sind nicht möglich. Das Kino des Filmmuseums ist rollstuhlgerecht zugänglich und mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.

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