Bürgermeisterin Verena Dietl hat zusammen mit dem städtischen Referenten für Arbeit und Wirtschaft, Christian Scharpf, sowie Vertretern der Münchner Hochschulen den diesjährigen „Hochschulpreis der Stadt München” verliehen. Er ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Der Preis sei, so Christian Scharpf, „ein Beispiel für die gute und kontinuierliche Kooperation von Stadt und Wissenschaft”, die den Innovationsstandort München stärke und zukunftsfest mache.
Der Hochschulpreis an der Hochschule München geht an Tobias Greimel für seine Masterarbeit „Etwas endet, etwas beginnt – Transformation der Treibgut-Materialinitiative in ein Zentraldepot und Campus für zirkuläres Bauen”. Der Preisträger setzt sich darin mit einer der zentralen Herausforderungen im Bausektor auseinander. Wie kommt man vom linearen Wirtschaften und Recycling hin zu Rohstoffkreisläufen, in denen Rohstoffe gehalten und somit eingespart werden. Aus städtischer Sicht war der Perspektivenwechsel, den die Arbeit ermöglicht, ein überzeugender Ansatz. Tobias Greimel beginnt in seiner Arbeit den Kreislaufgedanken mit der Verfügbarkeit. Zwei Münchner Abrissobjekte werden auf ihr Potential zum Urban Mining analysiert. Dabei wird untersucht, welche Materialien beim Abriss frei werden. Auf dieser Grundlage wird mit den verwertbaren Materialien ein neues Objekt, in diesem Fall ein Campus für zirkuläres Bauen im Kreativlabor, entworfen.
Eine weitere Preisträgerin ist Marlis Lapazinski. In ihrer Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Titel „Die Ernährung der ›Hauptstadt der Bewegung‹. Lebensmittelversorgung und Stadtgesellschaft im nationalsozialistischen München im Zweiten Weltkrieg” betritt sie stadtgeschichtlich Neuland: Zum ersten Mal werden darin die tiefgreifenden Eingriffe in das Alltagsleben der Münchner im Nationalsozialismus analysiert.
Die Arbeit verbinde dabei die Dynamik des Kriegsgeschehens mit der Dynamik der Veränderungen im Alltag der Menschen. Besonders hervorzuheben sei, so die Stadt München, die Erschließung von Kriegsakten der Großmarkthalle. Nun biete sich die Möglichkeit, diese Informationen für künftige Projekte zu nutzen.
Den Hochschulpreis an der Technischen Universität München erhielt Lukas Lauss für seine Dissertation „Optimierung der Gebäudeperformance und Minimierung von Performance Gaps durch robuste Gebäude”. Den Energie- und Sanierungsbedarf und damit auch den CO2-Ausstoß von Gebäuden ermittelt man über genormte Berechnungen, die in der Regel aber von der Realität abweichen. Der Detaillierungsgrad, mit dem die einzelnen Faktoren (Gebäudetechnik, deren Überwachung sowie das Verhalten der Gebäude-Nutzer) in der Arbeit des Preisträgers auf den Performance Gap analysiert werden, ist neu.
Für die Stadt ist die Arbeit unter zwei Aspekten wertvoll: Neben Sanierung und Wärmeplanung ist ein effizienter Gebäudebetrieb ein wesentlicher Stellschlüssel, der dank dieser Arbeit nun genauer justiert werden kann. Zum Zweiten können die Ergebnisse auch auf den eigenen Gebäudebestand der Landeshauptstadt München übertragen werden, wodurch die Effizienz in den städtischen Immobilien erhöht werden kann.
Bei der Preisverleihung lobte Bürgermeisterin Verena Dietl: „München ist Wissenschaftsstadt – und wir profitieren jeden Tag von den Ideen, die an unseren Hochschulen entstehen. Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie Forschung konkrete Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit geben kann: vom nachhaltigen Bauen über den Klimaschutz bis zur kritischen Aufarbeitung unserer Stadtgeschichte. Mit dem Hochschulpreis würdigen wir herausragende Leistungen und stärken den engen Austausch zwischen Wissenschaft, Stadt und Gesellschaft.“