Veröffentlicht am 25.06.2026 13:44

Vergiftete Greifvögel in Allershausen aufgefunden

Drei tote Mäusebussarde wurden bei Allershausen gefunden. Laut LBV sind die Vögel gezielt vergiftet worden. (Foto: Dr. Olaf Broders/LBV)
Drei tote Mäusebussarde wurden bei Allershausen gefunden. Laut LBV sind die Vögel gezielt vergiftet worden. (Foto: Dr. Olaf Broders/LBV)
Drei tote Mäusebussarde wurden bei Allershausen gefunden. Laut LBV sind die Vögel gezielt vergiftet worden. (Foto: Dr. Olaf Broders/LBV)
Drei tote Mäusebussarde wurden bei Allershausen gefunden. Laut LBV sind die Vögel gezielt vergiftet worden. (Foto: Dr. Olaf Broders/LBV)
Drei tote Mäusebussarde wurden bei Allershausen gefunden. Laut LBV sind die Vögel gezielt vergiftet worden. (Foto: Dr. Olaf Broders/LBV)

Erneut sorgen mehrere Fälle von Naturschutzkriminalität in Bayern für Aufsehen. Darauf weisen der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und die Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) hin. Sowohl in Oberbayern - darunter in der Gemeinde Allershausen (Landkreis Freising) - als auch in Unterfranken haben in den vergangenen Wochen und Monaten bislang Unbekannte mindestens sieben Vögel mit dem auch für Menschen gefährlichen Insektizid Carbofuran vergiftet.

Anfang April wurde im unterfränkischen Eschau ein lebender Habicht mit einer toten Taube über die Plattform „Tatort Natur” gemeldet. Bei dem Ködertier handelte es sich um eine „Kamikaze-Taube” ohne Kopf. Das Tier war mit einem auffällig pinkfarbenen Pulver in den Federn präpariert – ein klassischer Hinweis auf das seit Jahren verbotene und hochtoxische Kontaktgift Carbofuran. Kriminelle nutzen solche Tauben als Köder, um Greifvögel anzulocken, die natürlicherweise Jagd auf andere Vögel machen und sich dann daran vergiften. Eine toxikologische Untersuchung bestätigte bei beiden Tieren Spuren des Insektizids. Dank einer Kropfspülung konnte der Habicht gerettet werden. „Auch wenn es leider nicht der erste uns bekannte Fall ist, bei dem solche ‚Kamikaze-Tauben‘ zum Einsatz kommen, sind wir immer wieder schockiert von dieser perfiden Vorgehensweise”, sagt Christoph Bauer vom LBV.

Verdächtige Fleischstückchen

Wenige Wochen später wurden dem LBV drei weitere Vergiftungsfälle in Oberbayern gemeldet: drei Mäusebussarde im Landkreis Freising, ein Rotmilan im Landkreis Eichstätt und ein weiterer Rotmilan im Landkreis Traunstein. Im Fall der Mäusebussarde in der Nähe von Allershausen war besonders auffällig, dass die Kadaver an einem Ort zusammen lagen. Die Pathologen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) fanden bei Untersuchungen verdächtige Fleischstückchen im Verdauungstrakt der Greifvögel. Toxikologische Untersuchungen bestätigten in fast allen Fällen eine Vergiftung mit Carbofuran. Lediglich einer der Bussarde war bereits zu stark verwest.

Vögel vergiften ist eine Straftat

Doch was ist der Grund für solche gezielten Giftanschläge? „Anstöße hierfür können die Angst vor Konkurrenz bei der Niederwildjagd oder bei Tauben- und Geflügelzüchtern die Angst vor Verlusten sein”, informiert der NABU Baden-Württemberg auf seiner Homepage. „Auch bei der Planung von Windenergieanlagen musste der NABU wiederholt feststellen, dass windkraftsensible Greifvögel gezielt vergrämt oder getötet wurden”, heißt es dort weiter. All das ist illegal - es handelt sich um Straftaten. Ein Großteil der Fälle von Naturschutzkriminalität bleibe ungeklärt und für die Täter folgenlos, teilt der LBV mit. Dies müsse sich „dringend ändern”.

Wichtig: Auf Selbstschutz achten

LBV und GLUS rufen daher dazu auf, mögliche Vergiftungsfälle oder Giftköder an die zuständige Polizeiinspektion und online unter www.tatort-natur.dezu melden. „Dabei ist es wichtig, auf den Selbstschutz zu achten. Die von den Tätern verwendeten Giftstoffe sind auch für Menschen und Haustiere hochgefährlich. Fassen Sie nichts an, was verdächtig erscheint”, warnt Franziska Baur, GLUS-Fachreferentin für Naturschutz.

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