Es ist zehn Jahre her: Bundespräsident gedenkt der Opfer des OEZ-Attentats

In der Hanauerstraße wurde ein Denkmal für die Opfer des Attentates errichtet. Es hat die Form eines Rings. In den „Steinen” sind Fotos der Opfer. <br> (Foto: Daniel Mielcarek)
In der Hanauerstraße wurde ein Denkmal für die Opfer des Attentates errichtet. Es hat die Form eines Rings. In den „Steinen” sind Fotos der Opfer.
(Foto: Daniel Mielcarek)
In der Hanauerstraße wurde ein Denkmal für die Opfer des Attentates errichtet. Es hat die Form eines Rings. In den „Steinen” sind Fotos der Opfer.
(Foto: Daniel Mielcarek)
In der Hanauerstraße wurde ein Denkmal für die Opfer des Attentates errichtet. Es hat die Form eines Rings. In den „Steinen” sind Fotos der Opfer.
(Foto: Daniel Mielcarek)
In der Hanauerstraße wurde ein Denkmal für die Opfer des Attentates errichtet. Es hat die Form eines Rings. In den „Steinen” sind Fotos der Opfer.
(Foto: Daniel Mielcarek)

Am 22. Juli jährt sich das Attentat am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) zum zehnten Mal. Bei dem Anschlag kamen neun Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Die Stadt München erinnert gemeinsam mit Angehörigen, Hinterbliebenen, Überlebenden und Unterstützern an die Opfer: Am Mittwoch, 22. Juli, findet ab 16 Uhr (Einlass ab 15 Uhr) am Denkmal „Für Euch“ an der Hanauer Straße 77 eine zentrale Gedenkveranstaltung statt. Es sprechen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Oberbürgermeister Dominik Krause sowie Hinterbliebene der Attentatsopfer.

Schweigeminute zum Tatzeitpunkt

Zum Tatzeitpunkt um 17.51 Uhr wird mit einer Schweigeminute und Kranzniederlegung der Opfer gedacht. Auch der Betrieb der Münchner Verkehrsgesellschaft wird dann kurz unterbrochen, um ein Zeichen des gemeinsamen Erinnerns zu setzen. Das Verlesen der Namen der Opfer sowie musikalische Beiträge rahmen die Veranstaltung ein. Der offizielle Teil endet gegen 19 Uhr.

„Das Attentat am OEZ hat München vor zehn Jahren erschüttert und tiefe Wunden hinterlassen. Es war eine Botschaftstat, die gezielt gegen die Vielfalt unserer Stadtgesellschaft gerichtet war. Ich sage es deswegen klar und deutlich: Das Attentat am OEZ war ein rechtsextremes und rassistisches Attentat”, betont Oberbürgermeister Dominik Krause: „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freund*innen der Ermordeten, den Verletzten und allen, die bis heute unter den Folgen leiden. Wir stehen an ihrer Seite. Das Gedenken ist für uns Verpflichtung: hinschauen, erinnern, benennen und daraus für die Zukunft lernen.“

Fahnen am Marienplatz gehisst

Zum Jahrestag werden am Marienplatz Fahnen gehisst, um die Erinnerung sichtbar in die Mitte der Stadt zu holen. Im Prunkhof des Rathauses wird zudem – in vertraulichem Rahmen – eine Gedenktafel für die Opfer enthüllt. Dies ist von den Fraktionen des Stadtrats gemeinsam beantragt worden.

Zusammen mit mit Angehörigen und Hinterbliebenen hatte die Landeshauptstadt München bereits in den vergangenen Jahren Schritte des Erinnerns auf den Weg gebracht. Dazu gehören das Denkmal „Für Euch, der im April 2025 eröffnete neue Gedenkraum in Moosach sowie die jährlichen Gedenktage, die in engster Abstimmung mit einem Teil der Angehörigen organisiert werden.

Hintergrund

Ein 18-jähriger in München geborener Deutsch-Iraner hatte am 22. Juli 2016 am und im Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen. Fünf weitere wurden durch Schüsse verletzt. Einen Teil der Opfer, zumeist Jugendliche, hatte er zuvor per Internet in ein Schnellrestaurant gelockt. Die anderen waren Passanten. Der Täter litt seit frühester Kindheit an psychischen Störungen und war auch im Jahr der Tat in Behandlung. In der Schule hatte er sich von bestimmten Personengruppen gemobbt gefühlt, die, wie Ermittler herausfanden, Ähnlichkeit mit den Opfern hatten. Die Tat wurde zunächst für einen Terroranschlag gehalten, später als Amoklauf und Rachetat. Heute wird sie, unter anderem von der Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt, als rassistisch und rechtsextrem eingestuft. Der Täter hatte sich unter anderem im Internet rassistisch geäußert und sich intensiv mit rechtsextremen Inhalten beschäftigt. Die Tat hatte er lange geplant. Für die Familien der Opfer bleibt die Benennung der Tat als rassistisch motivierte Gewalttat ein wesentliches Anliegen, ebenso wie die Auseinandersetzung mit den offenen Fragen, die bis heute bestehen.

    north