Erinnerungszeichen für Anna Paroubek aufgestellt

Toni und Emilia Heilmaier (Anna Paroubeks Angehörige) und Terry Swartzberg (Vorstandsvorsitzender der Initiative Stolpersteine für München e.V.) vor dem Erinnerungszeichen (von rechts). (Foto: job)
Toni und Emilia Heilmaier (Anna Paroubeks Angehörige) und Terry Swartzberg (Vorstandsvorsitzender der Initiative Stolpersteine für München e.V.) vor dem Erinnerungszeichen (von rechts). (Foto: job)
Toni und Emilia Heilmaier (Anna Paroubeks Angehörige) und Terry Swartzberg (Vorstandsvorsitzender der Initiative Stolpersteine für München e.V.) vor dem Erinnerungszeichen (von rechts). (Foto: job)
Toni und Emilia Heilmaier (Anna Paroubeks Angehörige) und Terry Swartzberg (Vorstandsvorsitzender der Initiative Stolpersteine für München e.V.) vor dem Erinnerungszeichen (von rechts). (Foto: job)
Toni und Emilia Heilmaier (Anna Paroubeks Angehörige) und Terry Swartzberg (Vorstandsvorsitzender der Initiative Stolpersteine für München e.V.) vor dem Erinnerungszeichen (von rechts). (Foto: job)

Am Dienstag wurde ein erstes Erinnerungszeichen in Hadern gesetzt: Vor der Großhaderner Straße 18 mahnt es an Anna Paroubek, die hier wohnte. Im Juli 1942 wurde sie trotz Protesten einiger Passanten in einen Bus gebracht, der vor ihrem Haus hielt, und kurz darauf nach Theresienstadt verschleppt. Dort ermordete man sie am 14. September 1943.

„Sie hat sich nie etwas zuschulden kommen lassen”, erinnerte Bezirksausschussvorsitzende Gabriele Radeck an die Haderner Bürgerin. „Wie viele andere wurde sie mitten aus ihrer Gemeinde deportiert.” Ihr zuvor verstorbener Mann und ihre Tochter wurden auf dem Haderner Friedhof begraben. Auf ihrem Grabstein findet man auch Annas Namen, obwohl sie nicht hier bestattet wurde.

Bei der Gedenkveranstaltung im Kulturzentrum Guardini90 verlasen am Dienstag Paroubeks Angehörige Christian und Toni Heilmaier ihre Biographie und erzählen über ihr Leben.

In der Nachbarschaft

Anna Paroubek zog auf der Suche nach Arbeit nach München. Dort heiratete sie im Jahr 1900 den katholischen Herrenschneider Anton Paroubek. Anna Paroubek gehörte dem jüdischen Glauben an. Ihre Tochter Emilie, 1904 geboren, wurde katholisch erzogen. Anton Paroubek hatte in München eine gut gehende Schneiderei. 1921 zog die Familie in das damals eigenständige Großhadern.

Ins Ghetto deportiert

1942 deportierte die Gestapo Anna Paroubek zusammen mit 49 weiteren Menschen in das Ghetto Theresienstadt. Die Finanzbehörden zogen ihr gesamtes Vermögen ein und ließen das Inventar ihrer Wohnung versteigern. Emilie Paroubek kaufte bei der Auktion einen Zierschrank zurück, ein altes Erbstück, das noch heute in Familienbesitz ist. In Theresienstadt litt Anna Paroubek an Unterernährung und Isolation. Am 15. September 1943 starb sie dort im Alter von 73 Jahren an den unmenschlichen Lebensbedingungen.

Mit der Geschichte auseinandersetzen

„Anna Paroubek hat nun wieder einen sichtbaren Platz bekommen”, meinte BA-Vorsitzende Radeck. „Die Menschen, die an dem Erinnerungszeichen vorbeigehen, werden sich hoffentlich mit ihrer Geschichte auseinandersetzen.” Radeck dankte im Namen des Bezirksausschusses allen, die sich für das Erinnerungszeichen eingesetzt hatten.

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