Veröffentlicht am 29.01.2026 17:15

Gesichter und Geschichten: Wolfram Kastner erinnert an politisch Verfolgte

Paul Frankenburger, auch bekannt als Paul Ben Haim, war ein in München geborener Komponist. 1933 emigrierte er nach Israel. Er ist einer der vielen politisch Verfolgten, die Wolfram Kastner porträtiert hat. (Bild: Wolfram Kastner)
Paul Frankenburger, auch bekannt als Paul Ben Haim, war ein in München geborener Komponist. 1933 emigrierte er nach Israel. Er ist einer der vielen politisch Verfolgten, die Wolfram Kastner porträtiert hat. (Bild: Wolfram Kastner)
Paul Frankenburger, auch bekannt als Paul Ben Haim, war ein in München geborener Komponist. 1933 emigrierte er nach Israel. Er ist einer der vielen politisch Verfolgten, die Wolfram Kastner porträtiert hat. (Bild: Wolfram Kastner)
Paul Frankenburger, auch bekannt als Paul Ben Haim, war ein in München geborener Komponist. 1933 emigrierte er nach Israel. Er ist einer der vielen politisch Verfolgten, die Wolfram Kastner porträtiert hat. (Bild: Wolfram Kastner)
Paul Frankenburger, auch bekannt als Paul Ben Haim, war ein in München geborener Komponist. 1933 emigrierte er nach Israel. Er ist einer der vielen politisch Verfolgten, die Wolfram Kastner porträtiert hat. (Bild: Wolfram Kastner)

Der Münchner Künstler Wolfram Kastner ist bekannt für seine Erinnerungsaktion an die Bücherverbrennung der Nazis, die er auf dem Königsplatz durchführt. Aber nicht nur durch Aktionskunst, auch mit Bildern und Geschichten will er auf verfolgte Menschen aufmerksam machen: Von Freitag, 20. Februar, bis Mittwoch, 18. März, stellt Kastner in der Galerie Michael Heufelder Bilder bekannter und berühmter Menschen aus, die unter anderem zur Zeit des Nationalsozialismus Opfer politisch bedingter Repressalien geworden sind. „Wolfram Kastner – Gesichter und Geschichten” ist der Titel der Ausstellung, in der zu jedem Bild eine Geschichte über das Leben der oder des Dargestellten erzählt wird. Mittwochs bis freitags von von 18 bis 21 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr kann sie in der Gabelsbergerstraße 83 besucht werden.

„Jedes Portrait ist ein Versuch der Würdigung”

Wolfram Kastner: „Die ausgestellten Porträts zeigen Personen, die hier (in München, Anm. d. Red.) real lebten, bevor sie vertrieben, um ihr Leben gebracht und vergessen wurden. Zu jedem Gesicht gibt es eine zu erzählende Geschichte. Jedes Porträt ist eine Annäherung an eine Person, nicht nur an Gesichtszüge und Gesichtsausdruck, sondern an ein Individuum. An seine/ihre Geschichte. Jedes Porträt ist ein Versuch, zumindest einen Teil der Person zu erkunden und vielleicht auch zu verstehen. Jedes Porträt ist ein Versuch der Würdigung. Der Blick in ein Gesicht ist ein Blick in eine Lebensgeschichte. Von vielen Menschen bleibt nach ihrem Lebensende vielleicht ein schwarzweißes Foto, ein gestelltes Passfoto. Leben findet aber farbig statt. Ein Porträt in Farbe ist ein Versuch, eine Person lebend zu erinnern.”

Viele Verfolgte

Zu sehen sind unter anderem Portraits der Frauenrechtlerin Anita Augsburg, des Schriftstellers Ernst Toller, der von den Nazis in München ermordeten Künstlerin Maria Luiko und des Dichters und Publizisten Erich Mühsam. Auch von Georg Elser, der in München nach einem Anschlag auf Hitler hingerichtet wurde, ist ein Portrait zu sehen. Des weiteren dargestellt sind der 1919 in Stadelheim ermordete Schriftsteller Gustav Landauer, die jüdische Schülerin Elfriede Goldschmidt, die 1939 nach Holland emigrierte und in Auschwitz getötet wurde, der unter dem Pseudonym „B. Traven” agierende Schriftsteller Otto Feige, die Münchner Keramikerin und Zahnassistentin Else Bühler, die von den Nazis deportiert und ermordet wurde, der in München geborene jüdische Komponist Paul Ben Haim, die Friedensaktivistin Sonja Lerch und viele weitere Verfolgte mehr.

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