Veröffentlicht am 18.05.2026 12:25

Zeitzeugengespräch mit Charlotte Knobloch am Gymnasium

Brigitte Grams-Loibl, Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-West, deren Mitarbeiter Studiendirektor Werner Anetsberger, Schulleiter Tobias Berlinger und dessen Stellvertreterin Karoline Nitzlnader (hinten, von links), mit stellvertretender Landrätin Marianne Klaffki und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (vorne, von links). (Foto: Katja Brenner)
Brigitte Grams-Loibl, Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-West, deren Mitarbeiter Studiendirektor Werner Anetsberger, Schulleiter Tobias Berlinger und dessen Stellvertreterin Karoline Nitzlnader (hinten, von links), mit stellvertretender Landrätin Marianne Klaffki und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (vorne, von links). (Foto: Katja Brenner)
Brigitte Grams-Loibl, Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-West, deren Mitarbeiter Studiendirektor Werner Anetsberger, Schulleiter Tobias Berlinger und dessen Stellvertreterin Karoline Nitzlnader (hinten, von links), mit stellvertretender Landrätin Marianne Klaffki und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (vorne, von links). (Foto: Katja Brenner)
Brigitte Grams-Loibl, Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-West, deren Mitarbeiter Studiendirektor Werner Anetsberger, Schulleiter Tobias Berlinger und dessen Stellvertreterin Karoline Nitzlnader (hinten, von links), mit stellvertretender Landrätin Marianne Klaffki und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (vorne, von links). (Foto: Katja Brenner)
Brigitte Grams-Loibl, Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-West, deren Mitarbeiter Studiendirektor Werner Anetsberger, Schulleiter Tobias Berlinger und dessen Stellvertreterin Karoline Nitzlnader (hinten, von links), mit stellvertretender Landrätin Marianne Klaffki und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (vorne, von links). (Foto: Katja Brenner)

Am Freitag, 15. Mai, fand am Gymnasium Karlsfeld (GMK) zum ersten Mal in dessen noch junger Geschichte der „Tag der jüdischen Kultur“ für die 7. und 8. Klassen statt. In verschiedenen Workshops und einem Zeitzeugengespräch mit Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, lernten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Facetten des jüdischen Lebens in Bayern kennen.

Fragen der Schüler beantwortet

Nach einem kurzen Besuch des Lebkuchenbaums, den der Landkreis Dachau Charlotte Knobloch zu ihrem 90. Geburtstag geschenkt hatte und der nach dessen Pflanzung am Buß- und Bettag 2025 endlich seinen Platz im Schulhof des GMK gefunden hatte, stellte Knobloch sich den Fragen der 93 Achtklässlerinnen und Achtklässler in der Aula der Schule. Karoline Nitzlnader, stellvertretende Schulleiterin des GMK, bezeichnete die Veranstaltung als „wertvolle Begegnung“, bei der die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki, die Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-West, Brigitte Grams-Loibl, und deren Mitarbeiter der Dienststelle, Studiendirektor Werner Anetsberger, ebenfalls zugegen waren.

Stolz auf das heutige Deutschland

Charlotte Knobloch drückte ihre Freude und Dankbarkeit, hier zu sein, aus und betonte, sie wolle sowohl über die Vergangenheit als auch über die Gegenwart und die Zukunft sprechen. Schließlich sei es in diesen unruhigen Zeiten wichtig, dass man im Gespräch bleibt, denn man trage gemeinsam Verantwortung, das heutige Deutschland – ein Land, auf das man stolz sein könne – zu schützen, angesichts des Umstandes, dass es eine wachsende Zahl an Menschen gebe, die sich von „antidemokratischen politischen Bewegungen“ im Parlament vertreten lassen wollen. „Das ist neu“, so Knobloch.

Antisemitismus und Ausgrenzung

Charlotte Knobloch berichtete aus ihrer Biografie, von Antisemitismus und Ausgrenzung und davon, wie sie, als sie während der Zeit des Nationalsozialismus als Neunjährige auf einem Bauernhof im mittelfränkischen Arberg unter falscher Identität versteckt wurde, als jüdisches Stadtkind fortan das katholische Landmädchen spielen musste. Auch im Erwachsenenalter sei ihr Leben ein Leben mit stets gepackten Koffern gewesen, es brauchte laut ihr Jahrzehnte, bis sie ihre Geburtsstadt München wieder Heimatstadt nennen konnte. Mit Blick auf ihre eigene Biografie und die jüngste deutsche Vergangenheit richtete Frau Knobloch einen Appell an die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Karlsfeld: „Bleibt wach und bleibt wachsam!“

north