Christoph Poschenrieder liest am Freitag, 8. Mai, um 19 Uhr im Kleinen Theater Haar (Casinostraße 6) aus seinem Buch „Fräulein Hedwig”. Die Lesung findet in Kooperation mit der Stadt Haar, dem kbo-Isar-Amper-Klinikum und dem Bücherladen Haar statt. Anschließend ist eine Podiumsdiskussion geplant.
Hedwig ist eine unverheiratete Frau, die auf dem Land als Grundschullehrerin arbeitet. Doch schon in jungen Jahren meldet sie sich immer häufiger krank. Der Pfarrer sieht in ihr eine verirrte Seele, der Arzt eine Nervenkranke – und die Familie versteht sie nicht. Hedwig führt ein einsames Leben an der Zeitenwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Umso mehr verstören ihre Ausbrüche die Menschen um sie herum. Unter der NS-Diktatur schließlich ist sie als psychisch kranke Frau ihres Lebens nicht mehr sicher.
Der Wahl-Münchner Christoph Poschenrieder erzählt in seinem achten Roman die Geschichte seiner Großtante Hedwig Poschenrieder, die am 25. Juli 1944 in der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar ermordet wurde. In der „Bibliothek der Namen”, die auf dem Gelände des heutigen kbo-Isar-Amper-Klinikums an die annähernd 4.000 Opfer der NS-Euthanasie erinnert, ist auch ihr eine Tafel gewidmet.
Einlass ist ab 18.30 Uhr. Karten für 15 Euro gibt es online unter kleinestheaterhaar.de.