Am Dienstag, 15. September, wird ein Erinnerungszeichen in Hadern für Anna Paroubek gesetzt

Anna Paroubek mit ihrer Familie. (Foto: pr)
Anna Paroubek mit ihrer Familie. (Foto: pr)
Anna Paroubek mit ihrer Familie. (Foto: pr)
Anna Paroubek mit ihrer Familie. (Foto: pr)
Anna Paroubek mit ihrer Familie. (Foto: pr)

Am Dienstag, 15. September, wird ein erstes Erinnerungszeichen in Hadern für Anna Paroubek (1870-1943) gesetzt. Bei der Gedenkveranstaltung im Kulturzentrum Guardini90 (Beginn um 17 Uhr) verlesen ihre Angehörigen Christian und Toni Heilmaier ihre Biographie und erzählen über ihr Leben. Teilnehmen werden unter anderem Stadträtin Nimet Gökmenoğlu, Prof. Dr. Juliane B. Sagebiel (Liberale Jüdische Gemeinde München Beth Shalom) und Reinhard Weber (Geschichtsverein Hadern). Um 18.15 Uhr wird das Erinnerungszeichens am ehemaligen Wohnort Anna Paroubeks in der Großhaderner Straße 18 (früher Heiglstraße 32) angebracht.

Gut gehende Schneiderei

Anna Paroubek kam in Czellechowitz – heute Teil der tschechischen Stadt Stochov – zur Welt. Noch vor der Jahrhundertwende zog sie auf der Suche nach Arbeit nach München. Dort heiratete sie im Jahr 1900 den katholischen Herrenschneider Anton Paroubek. Anna Paroubek gehörte dem jüdischen Glauben an, praktizierte ihn aber nicht. Ihre Tochter Emilie, 1904 geboren, wurde katholisch erzogen. Anton Paroubek hatte in München eine gut gehende Schneiderei, Anna Paroubek arbeitete im Geschäft mit. 1921 zog die Familie in das damals eigenständige Großhadern. Nach dem Tod von Anton Paroubek 1932 gab Anna die Schneiderei auf und zog in eine kleinere Wohnung in der Heiglstraße 32.

Ins Ghetto deportiert

Mit Beginn der NS-Herrschaft wurde das Leben von Anna Paroubek immer schwieriger: Obwohl ihre Tochter Emilie mit ihren drei Kindern direkt nebenan lebte, durfte sie sie nicht besuchen, denn der Vermieter duldete keine Jüdinnen und Juden im Haus. Als sie ab September 1941 in der Öffentlichkeit den Judenstern tragen sollte, verließ Anna Paroubek ihre Wohnung nicht mehr. Am 23. Juli 1942 deportierte sie die Gestapo zusammen mit 49 weiteren Menschen in das Ghetto Theresienstadt. Die Finanzbehörden zogen ihr gesamtes Vermögen ein und ließen das Inventar ihrer Wohnung versteigern. Emilie Paroubek kaufte bei der Auktion einen Zierschrank zurück, ein altes Erbstück, das noch heute in Familienbesitz ist. In Theresienstadt litt Anna Paroubek an Unterernährung und Isolation. Am 15. September 1943 starb sie dort im Alter von 73 Jahren an den unmenschlichen Lebensbedingungen.

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