Veröffentlicht am 20.02.2026 08:55

Erinnerung an eine Giesinger Legende

Unvergessen: Manfred „Manni“ Wagner. (Foto: A. Seeler)
Unvergessen: Manfred „Manni“ Wagner. (Foto: A. Seeler)
Unvergessen: Manfred „Manni“ Wagner. (Foto: A. Seeler)
Unvergessen: Manfred „Manni“ Wagner. (Foto: A. Seeler)
Unvergessen: Manfred „Manni“ Wagner. (Foto: A. Seeler)

Wenn in Giesing von den großen Namen des TSV 1860 München aus der goldenen Ära der 1960er Jahre die Rede ist, wird sein Name oft nicht sofort genannt. Dabei steht Manfred „Manni“ Wagner (1938–2015) wie kein Zweiter für Vereinstreue. Mehr als zehn Jahre nach seinem Tod ist seine Präsenz bei den Weiß-Blauen noch immer spürbar. In Geschichten auf den Rängen, in Erinnerungen alter Weggefährten und im Selbstverständnis eines Vereins, der ohne ihn ein anderer wäre.

Sportlich zählt Wagner zu den prägenden Figuren der erfolgreichsten Epoche der Fußballer des TSV 1860 München. Zwischen 1958 und 1971 bestritt er 365 Pflichtspiele für die Löwen. Ein bis heute bestehender Vereinsrekord. Mit ihm als Rechtsverteidiger gewann der TSV 1860 München 1964 den DFB-Pokal, zog 1965 ins Endspiel des Europapokals der Pokalsieger ein und wurde 1966 Deutscher Meister. Als Herrenspieler hat er nie für einen anderen Verein gespielt.

Während manche „Meisterlöwen“ noch lange nach ihrem Karriereende Vorgänge im Klub gerne und ausführlich in der Boulevardpresse kommentierten, zeigte Wagner daran kein Interesse. Er war kein Lautsprecher, kein Sprücheklopfer. Dafür war er bis ins Alter bei Wind und Wetter Stammgast im Grünwalder Stadion, wenn seine Löwen spielten. Er beobachtete die Spiele der Nachwuchsmannschaften, der Reserve und seltener der Profis. Dabei saß er nicht auf der VIP-Tribüne, sondern stand dort, wo die „normalen” Leute zu finden waren. Ihre Gegenwart war ihm lieber als die der Reichen, Schönen und Prominenten, für deren Habitus er nichts übrig hatte.

Die nackten Zahlen seiner sportlichen Karriere können den Wert, den Wagner bis heute für die Giesinger hat, nicht annähernd erfassen. Seine Bodenständigkeit, seine Loyalität zum Verein sowie sein freundliches und bescheidenes Wesen machten ihn zu einer Ausnahmeerscheinung und ließen ihn in Giesing zu einer Ikone werden. Sein Name steht sinnbildlich für eine Zeit, in der Identifikation mit dem Verein keine leere Phrase war, sondern gelebte Realität. „Manni“ Wagner war bis zu seinem Tod Mitglied in der Fußballabteilung des TSV 1860 München.

Zum Heimspiel gegen den F.C. Hansa Rostock am Sonntag, den 22. Februar (Anpfiff 13:30 Uhr), erinnert die Fußballabteilung an ihren Rekordspieler. Volunteers verteilen an den Treffpunkten der Fans eine Sammelpostkarte. Eine kleine Geste, die doch viel ausdrückt: Dankbarkeit, Respekt und das Bewusstsein, dass „Manni“ Wagner für den TSV 1860 München immer mehr war als nur ein erfolgreicher Fußballer. (Quellen: Instagram-Beitrag von „tsv1860ev“) (as)

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