Auch im dritten Anlauf in einem Pflichtspiel im Jahr 2026 kamen die Münchner Löwen nicht über ein Unentschieden hinaus. Die Punkteteilung mit Alemannia Aachen (2:2) ist zu wenig für die Aufstiegsambitionen des TSV 1860 München. „Das ist ein gerechtes Ergebnis. Wir haben heute nicht mehr verdient”, kommentierte Trainer Markus Kauczinski nach Spielschluss vor den TV-Kameras.
Vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Grünwalder Stadion gingen die Gäste aus dem Westen durch einen Foulelfmeter in Führung. Philipp Maier hatte versucht, sich im Strafraum mit einem Dribbling aus einer Drucksituation zu befreien und dabei den Ball an Mika Schroers verloren. Den anschließenden Griff Maiers an den Arm nahm der Aachener Stürmer dankbar an und fiel zu Boden. Der Unparteiische Martin Wilke verhängte einen Strafstoß, den Top-Torjäger Lars Gindorf zu seinem 15. Saisontreffer nutzte (17. Min.).
Es dauerte nicht lange und die Giesinger kamen in der von beiden Mannschaften hektisch gespielten und von individuellen Fehlern geprägten Partie zum Ausgleich. Nach einer Ecke von Kevin Volland nahm Maier den Ball direkt aus acht Metern: Abgefälscht durch Gianluca Gaudino flog der Ball zum 1:1 ins Netz (22. Min.). Bis zum Pausenpfiff blieb die Alemannia die aktivere und spielbestimmende Mannschaft, ohne dass sich daraus Torgelegenheiten ergaben. Kauczinksi wechselte nach den ersten 45 Minuten auf zwei Positionen im Mittelfeld. Für die bereits mit Gelb verwarnten Maier und Kilian Jakob kamen Damjan Dordan und Marvin Rittmüller aufs Feld.
Mit einem riskanten Rückpass stellte Aachens Danilo Wiebe seinen Torhüter Fotios Pseftis vor Probleme, der den Ball an Patrick Hobsch verlor und den Mittelstürmer der Löwen im Nachsetzen von den Beinen holte. Wieder zeigte Schiedsrichter Wilke auf den Punkt. Kapitän Thore Jacobsen verwandelte den Elfmeter unhaltbar zum 2:1 (55. Min.). Nur sieben Minuten nach der Führung für den TSV 1860 München verteidigten die Löwen nach einem Einwurf nicht konsequent genug. Schroers nutzte den Freiraum in der gegnerischen Hälfte, zog aus 25 Metern ab und hämmerte das Leder zum 2:2-Ausgleich in den Winkel (61. Min.). „Das war der schlechteste von den drei Auftritten in diesem Jahr. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht”, befand Kauczinski.
In der Schlussviertelstunde gab der nach einem Kieferbruch wochenlang verletzte Sigurd Haugen sein Comeback. Der in dieser Spielzeit treffsicherste Münchner spielte zum Schutz mit einer Gesichtsmaske. Doch auch der Norweger konnte die Begegnung nicht mehr zugunsten der Sechzger wenden. Im Rennen um die Aufstiegsplätze können die Weiß-Blauen keinen Boden gut machen und müssen zusehen, wie die Konkurrenz Schritt für Schritt enteilt.
An den nächsten beiden Wochenenden warten mit dem VfB Stuttgart II (Samstag, 7. Februar, 16:30 Uhr in Großaspach) und dem TSV Havelse 1912 (Samstag, 14. Februar, 14 Uhr im Eilenriedestadion in Hannover) zwei Mannschaften aus dem unteren Drittel auf den TSV 1860 München. Dies ist wohl die letzte Möglichkeit für die Löwen, in der Tabelle noch einmal in Lauerstellung auf die vorderen Plätze zu kommen. (as)