Veröffentlicht am 02.02.2026 08:00

„Keine weitere Wahlperiode Stillstand”

Hoffnung auf den Rängen: „Mit Erbpacht und Mut wird‘s Sechzger gut“. (Foto: Anne Wild)
Hoffnung auf den Rängen: „Mit Erbpacht und Mut wird‘s Sechzger gut“. (Foto: Anne Wild)
Hoffnung auf den Rängen: „Mit Erbpacht und Mut wird‘s Sechzger gut“. (Foto: Anne Wild)
Hoffnung auf den Rängen: „Mit Erbpacht und Mut wird‘s Sechzger gut“. (Foto: Anne Wild)
Hoffnung auf den Rängen: „Mit Erbpacht und Mut wird‘s Sechzger gut“. (Foto: Anne Wild)

Der Kommunalwahlkampf in München ist in der heißen Phase und erreichte am Wochenende die Zuschauerränge des Grünwalder Stadions. Vor dem Anpfiff der Begegnung zwischen dem TSV 1860 München und Alemannia Aachen hielten Zuschauer zahlreiche Spruchbänder mit Slogans hoch, die sich an die Vertretungen der Kommunalpolitik, aber auch an den Oberbürgermeister und seine Stellvertreter/innen richteten. „Keine weitere Wahlperiode Stillstand”, „Keine großen Sprüche, keine Ausreden”, „Endlich Taten statt leere Versprechungen” und „@Landeshauptstadt München: in Giesing holt ihr eure Bürger ab!”, stand darauf zu lesen.

Kein Zweifel: Die Anhänger des TSV 1860 München machen Druck. Ihre Forderungen: „New Deal in Giesing” und „Baut das Sechzger aus!”. Ersteres ist wohl eine ironische Anspielung auf den historischen „New Deal”, mit dem in den Jahren 1933 bis 1938 in Amerika eine Serie von Wirtschafts- und Sozialreformen als Antwort auf die Weltwirtschaftskrise durchgesetzt wurden. Im Kontext mit Giesing steht der Begriff womöglich auch stellvertretend für die schwierige Balance zwischen privaten Investoren und öffentlichen Bauvorhaben im Stadtteil. Auf der Gegengeraden war ein riesiges Transparent mit der Aufschrift „Mit Erbpacht und Mut wird's Sechzger gut” zu sehen. Die weiß-blaue Anhängerschaft stellte auf ihren Bannern außerdem fest: „Seit 1911 ist das Sechzger unsere Heimat.” Ihr felsenfestes Bekenntnis lautet daher: „Sechzig München gibt's nur in Giesing”.

Oberbürgermeister Dieter Reiter hatte zuletzt in den Medien wiederholt betont, sich mit den Verantwortlichen der Löwen in guten Gesprächen zum bundesligatauglichen Ausbau des Stadions zu befinden. Der Plan der Politik sieht vor, dass der Klub das Grünwalder Stadion von der Stadt in Erbpacht übernimmt und es privat finanziert nach den eigenen Bedürfnissen ausbaut. Die Landeshauptstadt selbst könnte die erforderliche Summe für eine Ertüchtigung der dringend sanierungsbedürftigen Sportanlage angesichts ihrer prekären Haushaltslage nur unter Schmerzen aufbringen.

In den Reihen der Fans gibt es allerdings auch skeptische Stimmen. Sie vermuten hinter den „guten Gesprächen” ein weiteres leeres Wahlversprechen. Ihre These lautet, dass die SPD und ihr Oberbürgermeister Dieter Reiter ein für sie unangenehmes Thema damit rechtzeitig von der öffentlichen Bühne genommen hätten, um zu verhindern, dass die politischen Wettbewerber daraus im Wahlkampf Kapital schlagen würden. Vor sechs Jahren, im Wahlkampf 2020, wandte sich die SPD mit dem Slogan „Die Roten für die Blauen” noch explizit an die Anhängerschaft des TSV 1860 München und warb für einen Ausbau des städtischen Grünwalder Stadions. Doch aus diesem Wahlversprechen wurde nichts. Zu viele unvorhersehbare Ereignisse bestimmten seither das Tagesgeschehen und führten zu einer Verringerung der Investitionsmöglichkeiten der Kommune. (as)

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