Beim Rückrundenauftakt zwischen dem TSV 1860 München und Rot-Weiss Essen trennen sich die Aufstiegsaspiranten wie schon im Hinspiel 1:1 unentschieden. Trotz großer verletzungsbedingter Personalsorgen zeigten sich die Gastgeber vor 15.000 Zuschauern im Grünwalder Stadion auf Augenhöhe. Das Löwen-Eigengewächs Damjan Dordan aus der zweiten Mannschaft der Giesinger gab sein Debüt bei den Profis. Ursprünglich hätte das Nachwuchstalent Samuel Althaus an der Seite des erfahrenen Philipp Maier im Mittelfeld auflaufen sollen. Doch Althaus verletzte sich unter der Woche im Training und es schlug die Stunde für Dordan, der seine Sache gut machte. René Vollath vertrat im Tor den erkrankten Thomas Dähne. In der Innenverteidigung ersetzte Raphael Schifferl den verletzten Sean Dulic. Im Sturm mühte sich David Philipp anstelle von Sigurd Haugen, der noch immer mit den Folgen eines im letzten Spiel der Vorrunde erlittenen Kieferbruchs kämpft.
Im ersten Durchgang zeichneten sich die Gäste aus dem Ruhrgebiet durch etwas mehr Ballbesitz im Spiel aus, während die wenigen, aber besseren Torgelegenheiten bei den Giesingern lagen. Essens Trainer Uwe Koschinat beschrieb die Begegnung nach dem Abpfiff zutreffend als eine zähe Angelegenheit. „Das ist so, wenn zwei relativ baugleiche Mannschaften aufeinandertreffen, wenn kein Team ein spielerisches Übergewicht hat. Wir hatten in der ersten Halbzeit einen relativ guten Umschaltmoment, 1860 machte jedoch den griffigeren Eindruck.” Nach dem Wiederanpfiff sei die Partie in seinen Augen noch stärker davon gezeichnet gewesen, „dass sich beide Mannschaften ins Spiel reinarbeiten mussten”. Das Ergebnis empfand Koschinat, wie sein Gegenüber Markus Kauczinski, als leistungsgerecht.
Eine der besten Gelegenheiten für die Gastgeber bot sich Patrick Hobsch per Kopfball nach einer Freistoßflanke von Kevin Volland (70. Min.). Kurz darauf hatten die Essener Glück, dass das Schiedsrichtergespann um Felix Weller ein Foul im Strafraum übersah. Lucas Brumme stieß Kevin Volland mit beiden Händen in den Rücken, um den Ex-Internationalen daran zu hindern, an den Ball zu kommen. Die Proteste der Münchner blieben ungehört (76. Min.).
Es folgten zahlreiche Freistöße auf beiden Seiten nach ebenso vielen Fouls. Acht Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit schlugen die Gäste zu. Die Löwen brachten den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Kaito Mizuta versuchte es mit einem Schuss aus dem Rückraum, doch Verteidiger Siemen Voet blockte den Ball. Der Abpraller landete bei Marvin Obuz, der ihn aus elf Metern an René Vollath vorbei zum 0:1 ins Tor jagte (82. Min.). In den letzten Minuten drängten die Münchner vehement auf den Ausgleich. Erst segelte ein direkter Freistoß von Volland knapp am Tor vorbei. Dann landete einer seiner Ecken auf dem Kopf von Voet, der den Ball ins Zentrum verlängerte, wo Max Reinthaler mit einem wuchtigen Schuss aus kurzer Distanz zum 1:1 traf (90. Min).
„Essen ist ein Spitzenteam. Wir haben gezeigt, dass wir trotz unserer personellen Probleme mithalten können”, sagte Trainer Markus Kauczinski. Am kommenden Sonntag, dem 25. Januar, sind die Sechzger um 16:30 Uhr zu Gast beim VfL Osnabrück. Dann ist auch Kapitän Thore Jacobsen wieder mit von der Partie, der gegen Rot-Weiss Essen eine Gelbsperre absitzen musste. (as)