Mehr als 1.000 Fans des TSV 1860 München legten die 635 Kilometer nach Hannover zurück, um dort den höchsten Saisonsieg ihres Teams zu bejubeln. Zu Gast beim Aufsteiger TSV Havelse 1912 hieß es am Ende 0:5 (0:1) aus Sicht der Niedersachsen nach Treffern durch fünf verschiedene Torschützen. Das Eilenriedestadion in der niedersächsischen Landeshauptstadt ist Teil des Nachwuchsleistungszentrums des Zweitligisten Hannover 96. Der Rasen dort ist allerdings nicht profitauglich und befand sich am Wochenende am Rande der Bespielbarkeit. Ungepflegt und von tiefen Furchen durchzogen präsentierte sich das Geläuf den 1 912 Zuschauern am 24. Spieltag der 3. Liga.
Ohne den Gelb-gesperrten Kevin Volland übernahmen die Weiß-Blauen von Beginn an das Kommando in einer Begegnung, die mangels eines vernünftig bespielbaren Untergrunds von zahlreichen Zweikämpfen geprägt war. Was zählte, war der Wille. Eine starke Leistung bot die umsichtige Schiedsrichterin Fabienne Michel, die alle Hände voll zu tun bekam, aber alles im Blick hatte. Die verdiente Führung für die Gäste fiel nach knapp einer halben Stunde. Philipp Maier trieb den Ball in die gegnerische Hälfte, spielte im richtigen Moment einen Pass in die Tiefe auf den gestarteten Sigurd Haugen, der den Schlussmann von Havelse, Tom Opitz, umspielte und zum 0:1 traf (29. Min.). Bis zum Halbzeitpfiff mühten sich die mutigen Hausherren vergeblich um eine Antwort.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich der TSV 1860 München vor dem Tor effizient wie selten in dieser Saison. Haugen verlängerte einen Ball auf die linke Seite zu David Philipp, der mit Tempo in den Strafraum zog. Seinen Querpass setzte Patrick Hobsch zum 0:2 in die Maschen (53. Min.). Kurz darauf sorgte ein Münchner Nachwuchstalent für die Vorentscheidung. Der 19-jährige Clemens Lippmann zog mutig von links ins Zentrum – sein Aufsetzer von der Strafraumgrenze aus rutschte Opitz durch die Finger zum 3:0 für die Löwen (60. Min.).
Der TSV Havelse warf nun verzweifelt alles nach vorn, wurde aber von den Gästen in der Schlussviertelstunde ausgekontert. Nach einem weiten Ball setzte sich Haugen im Laufduell durch und setzte den eingewechselten Justin Steinkötter in Szene, der am Strafraum den herausstürzenden Torhüter aussteigen ließ und das 0:4 markierte (83. Min.). Das erste Tor im Trikot des TSV 1860 München für den 26-Jährigen, dem im Sommer aus der Regionalliga Südwest gekommen war. Danach sehnten die Niedersachsen nur noch den Abpfiff vorbei, wurden aber von den Löwen ein weiteres Mal erwischt. Eine Flanke des überaus engagiert spielenden Danhof köpfte Reinthaler zur Mitte, wo Maier aus fünf Metern den Ball zum 5:0-Endstand über die Linie spitzelte (88.). In den letzten Minuten kam Noah Klose bei den Münchnern zu seinem Debüt in der Profimannschaft.
Der erste Erfolg im Jahr 2026 ist zugleich der bislang höchste Saisonsieg des TSV 1860 München in der aktuellen Spielzeit. Löwen-Trainer Markus Kauczinski lobte seine Mannschaft nach Spielschluss: Sie habe in diesem Jahr schon ordentliche Auftritte gegen stärkere Gegner hingelegt. Diesmal habe sie sich endlich für ihren Aufwand belohnt. Mit Blick auf das kommende Heimspiel gegen den F.C. Hansa Rostock am Sonntag, den 22. Februar um 13:30 Uhr im Grünwalder Stadion erklärte er: „Das ist ein Hammer-Spiel zweier Mannschaften, die oben mitmischen wollen. Vielleicht können wir nochmal ein bisschen heranrücken.“ (as)