Der TSV 1860 München kann in der 3. Liga weiter Boden gutmachen. Die „Sechzger“ gewannen zum Auftakt des 26. Spieltags bei der Reserve der TSG 1899 Hoffenheim mit 2:1 (1:1) und feierten damit den dritten Sieg in Folge. „Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, mit der Spielweise über weite Strecken nicht“, fasste Löwen-Trainer Markus Kauczinski im Interview mit dem TV-Sender Magentasport die Begegnung vor 3.917 Zuschauern treffend zusammen. In der Regel locken die Heimspiele der Reserve des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim nur eine dreistellige Zahl an Besuchern an. Diesmal füllten jedoch an die 3.000 Fans der Münchner die Tribüne im Dietmar-Hopp-Stadion in Sinsheim.
Schon in der zweiten Spielminute gerieten die Hausherren nach einer schnellen Kombination in Rückstand. Der agile Tim Danhof spielte Doppelpass mit Kevin Volland und bediente anschließend im Zentrum David Philipp, dem aus sechs Metern die 1:0-Führung gelang (2. Min.). Danach zogen sich die Giesinger tief in die eigene Hälfte zurück und überließen dem Gegner den Ball. Die spielstarken Kraichgauer kamen dadurch immer wieder zu schnellen Passfolgen, die für Torgefahr sorgten und erzielten durch Florian Micheler den zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich (25. Min.). „Das frühe Tor hat uns insgesamt nicht gutgetan. Wir waren sehr langsam, haben in der ersten Halbzeit überhaupt nicht mehr ins Spiel gefunden und zurecht das Gegentor kassiert“, analysierte Kauczinski das Geschehen.
Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie sofort Fahrt auf. Sigurd Haugen und Clemens Lippmann scheiterten nur knapp an einem möglichen zweiten Treffer für die Löwen (47. Min.). Auf der Gegenseite rettete Raphael Schifferl in höchster Not, als er einen Abschluss von Ben Labes aus kurzer Distanz an den Pfosten lenkte (48. Min.). Im Anschluss an eine abgewehrte Ecke gerieten Philipp Maier und Luca Erlein aneinander. Der Hoffenheimer schubste seinen Gegenspieler zu Boden. Der Unparteiische Jonah Besong wertete die Szene als Tätlichkeit und sprach einen Platzverweis aus (49. Min.). Die Löwen agierten danach über 40 Minuten lang in Überzahl, was sie zu nutzen wussten. Wieder war es Volland, der nach einer Spieleröffnung durch Schifferl den Ball für Haugen in die Tiefe spielte. Der schnelle Norwegen schüttelte seinen Gegenspieler im Laufduell ab und ließ Lúkas Blöndal Petersson im Tor der Hoffenheimer beim 2:1 keine Abwehrmöglichkeit (63. Min.).
Kauczinski kommentierte: „Mit der Roten Karte und dem Tor ist das Spiel auf unserer Seite gekippt.“ Von einer Rückkehr seiner Mannschaft ins Aufstiegsrennen wollte der 56-Jährige noch nichts wissen. „Wir rennen immer noch der Zeit und den Punkten hinterher. Für uns war heute wichtig dranzubleiben, um dann in den direkten Duellen gegen Duisburg oder Cottbus, die noch kommen, unsere Chance zu haben.“ In der Englischen Woche ist der TSV 1860 München am Dienstagabend zuhause gegen den FC Erzgebirge Aue gefordert, ehe es am kommenden Freitag zum FC Viktoria nach Köln geht. Gegen die Sachsen nicht mit von der Partie sind Maier und Philipp. Beide sahen gegen die Hoffenheimer zum fünften Mal Gelb. (as)