Veröffentlicht am 12.07.2026 09:18

Unbekannter setzt Riesenschlangen in München aus

Am 8. Juli wurden in der Pertisaustraße 15 zwei Königspythons ausgesetzt (Foto: Auffangstation für Reptilien, München e.V.)
Am 8. Juli wurden in der Pertisaustraße 15 zwei Königspythons ausgesetzt (Foto: Auffangstation für Reptilien, München e.V.)
Am 8. Juli wurden in der Pertisaustraße 15 zwei Königspythons ausgesetzt (Foto: Auffangstation für Reptilien, München e.V.)
Am 8. Juli wurden in der Pertisaustraße 15 zwei Königspythons ausgesetzt (Foto: Auffangstation für Reptilien, München e.V.)
Am 8. Juli wurden in der Pertisaustraße 15 zwei Königspythons ausgesetzt (Foto: Auffangstation für Reptilien, München e.V.)

Am 8. Juli wurden in der Pertisaustraße 15 in München zwei Königspythons ausgesetzt. Die stark abgemagerten Tiere befanden sich in einem Karton mit der Aufschrift: „Bringst du mich ins Tierheim“.
Für viele Passanten dürfte das Öffnen eines solchen Kartons ein Schock sein. Die Reptilien genießen in der Bevölkerung meist keinen guten Ruf und die wenigsten Menschen können einschätzen, ob eine Schlange gefährlich ist oder nicht. Begriffe wie „Riesen-“ oder „Würgeschlange“, die auch auf den Königspython zutreffen, vermitteln schnell den Eindruck einer Bedrohung. Tatsächlich gelten Königspythons jedoch als ausgesprochen friedliche und eher scheue Tiere. Bei Gefahr rollen sie sich häufig zu einem „Ball“ zusammen – daher stammt auch ihr englischer Name „Ball Python“. Zwar können auch sie beißen, doch ein Abwehrbiss verfehlt häufig sein Ziel und ist deutlich harmloser als beispielsweise der Biss einer Katze.
Für Tierarzt Thomas Türbl von der Auffangstation für Reptilien in München ist der Vorfall dennoch äußerst besorgniserregend: „Es gibt genügend Anlaufstellen, um Tiere verantwortungsvoll abzugeben. Diese Entscheidung hätte der Halter oder die Halterin deutlich früher treffen müssen, denn beide Schlangen sind stark abgemagert. Zudem kann sich bei den derzeitigen Temperaturschwankungen schnell eine Atemwegserkrankung entwickeln. Tiere in einen Karton zu setzen und darauf zu hoffen, dass sie jemand findet, ist nicht nur verantwortungslos, sondern auch eine Straftat.“

Dringend Hinweise erbeten

Die Auffangstation für Reptilien hat das Aussetzen der Tiere zur Anzeige gebracht und bittet nun um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer am 8. Juli im Bereich der Pertisaustraße 15 verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder Angaben zu den Tieren beziehungsweise deren Halter machen kann, wird gebeten, sich an das Veterinäramt München oder die Polizeiinspektion 21 (Am Neudeck 1) zu wenden.
Wird die verantwortliche Person ermittelt, kann sie für die Kosten der Versorgung und Unterbringung der Tiere herangezogen werden. Andernfalls trägt die Landeshauptstadt München die entstehenden Kosten.

1.500 gerettete Tiere pro Jahr

Die Auffangstation für Reptilien, München e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der 2001 gegründet wurde. Mit jährlich über 1.500 geretteten und weitervermittelten Tieren ist sie Deutschlands größte Auffangstation für exotische Haustiere. Die Aufklärung der Bevölkerung über die hohen Ansprüche vieler Arten ist dabei ebenso wichtig, wie die Zusammenarbeit mit den Behörden, anderen Tierhalteeinrichtungen und der Politik. Unsere speziell geschulten Tierpfleger, Tierärzte und Biologen sorgen mit ihrer wissenschaftlich fundierten Arbeitsweise für eine nachhaltige Verbesserung der Haltungsbedingungen von Reptilien und anderen Exoten in ganz Deutschland.

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