Auto- und Motorradfahrer müssen nicht erst auf eine offizielle Auswertung warten, um zu erkennen, dass die Kraftstoffpreise in den vergangenen Wochen förmlich explodiert sind. Der ADAC nennt für Diesel in der Kalenderwoche 11 einen Anstieg im bundesweiten Mittel gegenüber der Vorwoche von 27,1 Cent pro Liter. Aber auch Benzin hat sich massiv verteuert: Super E10 kostet aktuell im Schnitt 14,8 Cent mehr als in der Vorwoche. Demnach muss man für einen Liter Super E10 im bundesweiten Mittel 2,045 Euro bezahlen (Preis in der Vorwoche: 1,897 Euro). Für den Liter Diesel werden im Durchschnitt im 2,188 Euro (Vorwoche 1,917 Euro) verlangt. Damit liegen die Preise beider Kraftstoffsorten gleichzeitig über der Marke von zwei Euro je Liter. Dies war letztmals am 7. September 2022 der Fall. Wegen der deutlich niedrigeren Besteuerung ist Diesel in der Regel günstiger als Benzin. Die Mineralölkonzerne verweisen mit Blick auf die aktuelle Entwicklung nicht zuletzt auf die Nachfrage aus der Industrie.
Der Ölpreis ist nach einem zwischenzeitlichen Sprung auf zeitweise über 120 US-Dollar je Barrel wieder auf rund 90 US-Dollar gesunken. Angesichts dieser Entspannung auf dem Rohölmarkt erwartet der ADAC, dass die Mineralölkonzerne die Spritpreise ohne Zeitverzug an die günstigeren Rahmenbedingungen anpassen und Kraftstoffe spürbar preiswerter anbieten. Wieder einmal habe sich gezeigt, dass höhere Ölpreise zu einer sehr schnellen Verteuerung an den Zapfsäulen führen können, eine Entspannung beim Rohöl jedoch oftmals langsamer an die Verbraucher weitergegeben wird, beklagt der Automobilclub. Nach seiner Meinung muss die Politik eine vorübergehende Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe prüfen. Die zusätzlichen finanziellen Belastungen der Autofahrer sollten für die Dauer des Iran-Krieges begrenzt werden. Diesel könnte auf den EU-Mindeststeuersatz für Energie abgesenkt und Benzin vergleichbar reduziert werden. Das würde den Liter um etwa 15 Cent verbilligen.