Veröffentlicht am 22.06.2026 13:22

„Wir sprechen nicht von Krise, sondern von Aufbruch“

Angespannt und optimistisch: Präsidium des TSV 1860 München. (Foto: Anne Wild)
Angespannt und optimistisch: Präsidium des TSV 1860 München. (Foto: Anne Wild)
Angespannt und optimistisch: Präsidium des TSV 1860 München. (Foto: Anne Wild)
Angespannt und optimistisch: Präsidium des TSV 1860 München. (Foto: Anne Wild)
Angespannt und optimistisch: Präsidium des TSV 1860 München. (Foto: Anne Wild)

Während am Sonntag die Sonne gnadenlos auf den Asphalt vor der Kulturhalle Zenith im Münchner Norden brannte, saßen im deutlich kühleren Inneren rund 1.200 Mitglieder des TSV 1860 München zu ihrer alljährlichen ordentlichen Mitgliederversammlung zusammen, um über zentrale Zukunftsfragen, Wahlen und Satzungsänderungen abzustimmen.

Im Mittelpunkt der Versammlung stand die Zustimmung zur Einrichtung zweier Gesellschaften. Mit großer Mehrheit sprachen sich die Mitglieder für die Gründung oder Übernahme einer bereits bestehenden GmbH zum Betrieb des Profifußballs beim TSV 1860 München aus. Damit will der Verein handlungsfähig bleiben, sollte der Profifußball künftig nicht mehr in der bisherigen Struktur der KGaA fortgeführt werden können. Ebenfalls beschlossen wurde die Gründung einer „Betriebsgesellschaft Sechzgerstadion mbH”. Beide Anträge erreichten die laut Satzung erforderliche Dreiviertelmehrheit deutlich.

In seinem Rechenschaftsbericht blickte Präsident Gernot Mang auf die schwierige Phase der vergangenen Wochen zurück, als die Auseinandersetzungen mit Gesellschafter Hasan Ismaik die Schlagzeilen bestimmten, stellte aber zugleich die Chancen für den Verein in den Vordergrund. Er sprach von Aufbruch statt Krise und betonte den Zusammenhalt innerhalb des Vereins. Als Zeichen der Unterstützung wertete er unter anderem den starken Mitgliederzuwachs: Dem TSV 1860 München traten nach der Kündigung des Kooperationsvertrags mit Hasan Ismaik innerhalb von zehn Tagen mehr als 1.000 neue Mitglieder bei. Mittlerweile zählt der Verein an die 29.000 Mitglieder und verzeichnet damit den höchsten Mitgliederstand seiner Geschichte.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Zukunft des Grünwalder Stadions. Mang bekräftigte das Bekenntnis des Vereins zum traditionsreichen Standort in Giesing als Heimat des TSV 1860 München. Im Zusammenhang mit der geplanten Betriebsgesellschaft wurde zudem die Machbarkeitsstudie zur Ertüchtigung des Stadions präsentiert. Das Ziel besteht darin, das Stadion langfristig für höhere Anforderungen und 25.000 Plätze sowie zusätzlich 2.000 Business-Seats weiterzuentwickeln. In der geplanten Form würde das umgebaute Stadion die Richtlinien der Deutschen Fußball-Liga erfüllen und wäre erst- und zweitligatauglich.

Auf der Bühne wurden unter anderem erfolgreiche Sportlerinnen, Sportler und Teams aus den Bereichen Frauenfußball, Boxen, Fechten, Rugby und Running geehrt. Zudem berichtete Vereinsmanager Julian Reich von den neuen Abteilungen Radsport, Running und Rugby sowie den neuen Sparten Cricket und Padel-Tennis.

Bei der Ersatzwahl zum Verwaltungsrat wurden Dominik Heckmair, Jan Walla und Uwe Seemann gewählt. Alle drei nahmen die Wahl an und gehören somit künftig dem neunköpfigen Gremium an. Zudem wählten die Mitglieder Melanie Kisters-Schmidl zur stellvertretenden Seniorenvertreterin. Während der Verwaltungsrat für das Geschäftsjahr 2024/2025 entlastet wurde, erhielt das frühere Präsidium um Robert Reisinger und Norbert Steppe keine Entlastung. Ihnen wird ein Alleingang bei der Unterzeichnung eines früheren Darlehensvertrags mit einem Unternehmen aus dem Umfeld von Hasan Ismaik zur Last gelegt.

Die Mitgliederversammlung beschloss außerdem mehrere Satzungsänderungen, darunter ein explizites Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, und wählte den Wahlausschuss für die kommenden drei Jahre. Dem Wahlausschuss gehören künftig Tamara Hof, Michael Huber, Olaf Alberto Mankowski, Christian Poschet und Beatrice Wichmann an. (as)

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