Im Jubiläumsjahr 2026 zeigt die Bayerische Schlösserverwaltung ausgewählte Kostbarkeiten von Kurfürst Max Emanuel in einer Sonderpräsentation in der Münchner Schatzkammer. Zum 300. Todestag des Kurfürsten erinnert die Schlösserverwaltung zudem mit zahlreichen Veranstaltungen an das Leben und Wirken einer der schillerndsten Persönlichkeiten der bayerischen Geschichte.
Der berühmte „Blaue Kurfürst“ zählt zu den bedeutendsten Figuren des Barock. Passend dazu ist ab sofort in Raum IX der Münchner Schatzkammer die Sonderpräsentation „Max Emanuels Schätze“ zu sehen – ein idealer Zeitpunkt, da sich am 11. Juli auch sein Geburtstag jährte. In einer eigens eingerichteten Vitrine sind barocke Kunstwerke und Kostbarkeiten zu sehen, die das wechselvolle Leben des Wittelsbachers eindrucksvoll widerspiegeln.
Max Emanuel machte sich als Feldherr in den kaiserlichen Türkenkriegen einen Namen und errang bedeutende Siege. Durch seine Ehe mit einer Habsburgerin rückte die Übernahme des spanischen Weltreichs in greifbare Nähe. Seine politischen Ambitionen führten ihn jedoch in den Spanischen Erbfolgekrieg. Nach der Niederlage bei Höchstädt 1704 verlor er vorübergehend Bayern und seinen Kurfürstentitel. Erst 1715 kehrte er nach einem Jahrzehnt im Exil nach München zurück.
Die Sonderpräsentation beleuchtet zentrale Stationen dieses außergewöhnlichen Herrscherlebens. Kurze mehrsprachige Audioguide-Beiträge begleiten die Objekte und ordnen sie historisch ein.
Zu den Höhepunkten zählt eine goldene Tischuhr, die die Eroberung Belgrads zeigt und Max Emanuels lebenslange Inszenierung als militärischen Helden eindrucksvoll darstellt. Eine juwelenbesetzte osmanische Gürtelschnalle, Teil der bayerischen „Türkenbeute“, verweist ebenfalls auf diese Epoche. Kostbare Jagdutensilien veranschaulichen den Glanz des höfischen Lebens. Eine reich verzierte Kinderrassel und eine kunstvolle Tischuhr erinnern an die enge Verbindung zum Haus Habsburg. Eine phantasievolle, dem chinesischen Stil nachempfundene Götterfigur und eine prunkvolle Nephritschale spiegeln die barocke Begeisterung für exotische Materialien und seltene asiatische Kunstimporte wider.
Die ausgestellten Objekte offenbaren nicht nur Max Emanuels Sammelleidenschaft, sondern auch seine große Kunstbegeisterung.
Öffnungszeiten Residenzmuseum und Schatzkammer
täglich 9 bis 18 Uhr (letzter Einlass: 17 Uhr)
Eintrittskarten für die Residenz München sind an der Museumskasse oder online im Ticketshop erhältlich.
Residenzmuseum: 10 Euro - 9 Euro erm.
Schatzkammer: 10 Euro - 9 Euro erm.