Barcelona, Rom, Berlin, Mainz, Offenbach na endlich ist der Trend jetzt auch in München angekommen. Und kein Wunder, dass Sightjogging an der Isar ins Schwarze trifft. Bei all den Heerscharen von joggenden Mit-Bürgern, die vor und nach der Arbeit, aber auch am Sonntagnachmittag hoch ambitioniert und dezent durchfeuchtet durch Münchens schönste Parks traben, eher unwillig Platz machen für Spaziergänger und irgendwie so eine unentspannte Stimmung verbreiten.
Oder die Powerjogger, die in extra dafür angefertigten Kinderwägen den Nachwuchs vor sich her karren. Sie ahnen es schon, für Nicht-Läufer wie mich hört sich Sightjogging ziemlich bescheuert und überflüssig an, nicht nur wegen der englischen Bezeichnung.
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Mag sein, dass Sightjogging eine neue tolle Art ist, seinen Sport und ein bisschen Kultur zu verbinden, wenn man gerade mit wenig Zeit in einer fremden Stadt ist. Aber muss man denn immer mehrere Dinge unter einen Hut kriegen? Und sich auch noch von kompetenten Führern vorgefertigte Info-Häppchen vorkauen lassen? Kann man nicht einfach einen Ort auf sich wirken lassen, Stück für Stück die besondere Stimmung entdecken, unvermittelt selbst auf kleine Details stoßen, sich überraschen lassen, was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt, ob ein tolles Café oder ein schönes Haus.
Gegenprogramm zum Sightjogging: sich einfach treiben lassen. So seh ich das.