30 Jahre Städtepartnerschaft – Das wird gefeiert!

Die Band Pamuzinda sorgt mit original afrikanischer Musik für gute Unterhaltung beim „Harare-Geburtstagsfest”.  (Foto: Venga Katogodo)
Die Band Pamuzinda sorgt mit original afrikanischer Musik für gute Unterhaltung beim „Harare-Geburtstagsfest”. (Foto: Venga Katogodo)
Die Band Pamuzinda sorgt mit original afrikanischer Musik für gute Unterhaltung beim „Harare-Geburtstagsfest”. (Foto: Venga Katogodo)
Die Band Pamuzinda sorgt mit original afrikanischer Musik für gute Unterhaltung beim „Harare-Geburtstagsfest”. (Foto: Venga Katogodo)
Die Band Pamuzinda sorgt mit original afrikanischer Musik für gute Unterhaltung beim „Harare-Geburtstagsfest”. (Foto: Venga Katogodo)

Vor 30 Jahren hat Alt-OB Christian Ude (SPD) in Harare, der Haupstadt des südostfrikanischen Staats Zimbabwe, die Städtepartnerschaft mit München geschlossen. Zum Jubiläum steigt am Freitag, 19. Juni, ab 19 Uhr ein Harare-Fest im Eine-Welt-Haus in der Schwanthalerstraße 80. Es wird vom Verein „München für Harare” ausgerichtet. Geboten ist bei freiem Eintritt ein Zimbabwe-Abend mit afrikanischer Live-Musik, authentischem Essen und Münchner Getränken. Eingeladen zum „Harare-Geburtstagsfest” sind alle Münchnerinnen und Münchner.

„Münchens Schwarze Schwester titelte damals die Tagespresse”, sagt Robert Franck, der Vorstand von „München für Harare e.V.” im Rückblick. Er war damals in Harare mit dabei, denn er leitete den ersten Austausch zwischen Jugendlichen beider Städte. Die Anfangsjahre waren sehr vielversprechend: Es folgten weitere Jugendbegegnungen, Kultur-Austausch-Projekte in der Villa Waldberta am Starnberger See und am alten Messegelände. Es wurden ausrangierte Müllfahrzeuge – voll mit gebrauchten Nähmaschinen für Textilprojekte – sowie medizinische Ausrüstung nach Harare gespendet.

Politische Lage ließ Partnerschaft ruhen

„Leider war dies nur von kurzer Dauer”, erläutert Robert Franck, „denn ab dem Jahr 2000 verschlechterte sich die politische Lage in Zimbabwe dramatisch.” Die seit der Unabhängigkeit 1980 regierende Partei von Präsident Robert Mugabe besetzte die Höfe der weißen Farmer und verfolgte Anhänger anderer Parteien und Journalisten gnadenlos. Der rechtmäßig gewählte Bürgermeister Harares wurde abgesetzt und ein eigener Kandidat eingesetzt. Der Münchner Stadtrat folgte diesem undemokratischen Vorgehen nicht und legte die Partnerschaft von politischer Seite „auf Eis”.

Bürger engagieren sich für Harare

Umso aktiver wurden jedoch Münchner Bürger und versuchten auf verschiedenen Ebenen Menschenrechtsarbeit zu leisten, unter anderem durch enge Zusammenarbeit mit amnesty international. Als der Hararer Bürgermeister Elias Mudzuri und seine Familie massiv verfolgt wurden, ermöglichte man ihm spontan hier eine Auszeit. „Mit seiner Frau und Sohn Valentin verbrachte er etliche Wochen bei uns in der Familie” erinnert sich Robert Franck. Und der damalige Bürgermeister Hep Monatzeder (B90/Grüne) unterstrich: „Hier geht es nicht nur um materielle Unterstützung, sondern ganz stark auch um moralischen Rückhalt.“

Veränderungen ergeben sich

Erst durch eine Regierung der „Nationalen Einheit” beruhigte sich die Situation etwas und München nahm die Zusammenarbeit wieder auf. Durch die Jahre der politischen und auch wirtschaftlichen Wirren – die Jahresinflationsrate lag bei unvorstellbaren 90 Trilliarden Prozent, das heißt, die Preise verdoppelten sich etwa alle 24 Stunden – einerseits, aber auch durch den Wechsel der Zuständigkeit in München vom Rathaus ins Referat Arbeit und Wirtschaft (RAW) im Jahr 2014 änderte sich der Zuschnitt der Partnerschaft. Die engagierte Beteiligung der Bürger mit beispielsweise einer Rundhütte am Marienplatz verschob sich zunehmend in die Begegnung von Fachkräften der Verwaltung beider Städte, die mit Bundes- oder EU-Mitteln geförderte Projekte umsetzten.

Begegnungsreise für Herbst geplant

Nachdem die letzte Bürger-Begegnungsreise zuletzt vor 10 Jahren zum 20-jährigen Jubiläum stattgefunden hat, organisiert der Arbeitskreis HaMuPa (Harare-Munich-Partnerschaft) nun im Herbst wieder eine Fahrt. Wer die Partnerschaft ohne großen Aufwand erleben will, besucht einfach das großes „Harare-Geburtstagsfest”. Die Musik kommt von der Band Pamuzinda. „Wir werden auch versuchen, ›Sadza‹ zuzubereiten, das traditionelle Gericht aus Zimbabwe”, freut sich Robert Franck. Darüber hinaus kann man sich über die fünf sozialen Projekte informieren, die von „München für Harare” gefördert werden – und die verständlicherweise im Jubiläumsjahr mit besonders großzügiger Unterstützung rechnen. Die IBAN des Spendenkontos hierfür lautet: DE44 7015 0000 0000 4595 45.

Krause unterstützt

Der neue Oberbürgermeister, Dominik Krause (B90/Grüne), hat auf einer Stadtratsreise im Jahr 2015 die „afrikanische Schwester” bereits kennengelernt. Und Krause hat gerne die Schirmherrschaft über das Harare-Geburtagsfest übernommen.

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