Als die Nationalsozialisten nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ihre Verfolgungsmaßnahmen gegen die Juden verschärften, fielen diesen auch zwei jüdische Bürgerinnen aus Grafing zum Opfern, namentlich die Kunstmalerin Martha Pilliet aus dem Dobelweg und die Notariatsverweserswitwe Pauline Malterer aus der Glonner Straße. Während die erstgenannte, die einem Deportationszug nach Kaunas zugeteilt worden war, ihrem tödlichen Los 1941 im Sammel- und Durchgangslager Milbertshofen mit einer Überdosis Schlafmittel vorgriff, wurde die zweite 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt verbracht, wo sie im Jahr darauf den Tod fand.
Über das Schicksal dieser beiden Jüdinnen und speziell über die von Angehörigen der beiden nach dem Untergang des Dritten Reiches angestrengten Entschädigungs- und Wiedergutmachungsverfahren referiert am Donnerstag, 6. Februar, die beim Bayerischen Hauptstaatsarchiv beschäftigte Historikerin Alexandra Risse. Ihr Vortrag, der Teil des Begleitprogramms der derzeit von Archiv und Museum Grafing gezeigten Sonderausstellung „Grafing und Umgebung in der Zeit des Zweiten Weltkriegs“ ist, findet im Mehrzweckraum des Museums statt und beginnt um 19.30 Uhr. Zur Teilnahme sind alle Geschichtsinteressierten eingeladen. Der Eintritt ist frei.