Unter dem Titel „Man spricht Deutsch” ist bis Sonntag, 29. November, ein Kunstprojekt über Sprache, Zugehörigkeit und Ausgrenzung in der Stadtbibliothek Riem (Elisabeth-Castonier-Platz 19) zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Das autobiografische Kunstprojekt „Man spricht Deutsch“ von Sandra Singh und Francesco Giordano setzt sich mit systemischem Linguizismus - also der Abwertung von Minderheitensprachen - und Alltagsrassismus seit den 2000er-Jahren auseinander.Über Jahrzehnte hinweg wurden Menschen mit Migrationsgeschichte von Politik und Institutionen dazu aufgefordert oder gedrängt, auch zu Hause Deutsch zu sprechen. Die Künstlerinnen und Künstler thematisieren dabei, dass solche Erwartungen insbesondere Minderheitensprachen wie Türkisch, Arabisch oder Bosnisch betrafen, während geläufige Fremdsprachen wie Englisch oder Französisch anders und besser bewertet wurden.
Ebenso setzen sich die Kunstschaffenden unter anderem mit sprachpolitischen Positionen und Äußerungen auseinander und fragen danach, wie Sprache, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Ausgrenzung miteinander verbunden sind. Das Projekt thematisiert die persönlichen und gesellschaftlichen Folgen, die sprachliche Anpassungszwänge für Menschen und Familien haben können, etwa den Verlust von Sprache und kultureller Verbundenheit. An der Schnittstelle von Sprache, Identität und Zugehörigkeit lädt „Man spricht Deutsch“ dazu ein, über Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit, Ausgrenzung und gesellschaftlichen Erwartungen nachzudenken.
Im Rahmen der Ausstellung veranstaltet die Politikwissenschaftlerin Ilham Bani Odeh am Samstag, 28. November, von 14 bis 17 Uhr eine Schreibwerkstatt zum Thema „Geschichten zwischen den Sprachen”. Die Teilnahme ist kostenlos möglich. Die Anmeldung zur Schreibwerkstatt erfolgt unter Telefon 089/233728700 oder per E-Mail an stb.riem.kult@muenchen.de.