Erneut hat eine langanhaltende Hitze und Dürre den Starzelbach an seine Grenzen gebracht. Wochen ohne nennenswerte Niederschläge und extreme Hitzewelle führten zu einem immer weiter sinkenden Grundwasserspiegel. Der Bach ist stellenweise trockengefallen. Zwischen der Kneippanlage und der B2 fließt kein Wasser mehr. Wo sonst der klare fließende Bach den Fischen und Kleinstlebewesen Lebensraum bietet, blieben nur noch einzelne, voneinander getrennte Wasserlachen zurück. Innerorts, zwischen den beiden Mühlen und im Obermoos, ist noch Wasser vorhanden.
Für die Starzelbachfischer war dieses Bild nur schwer zu ertragen. Hatten sie doch nach der letzten Trockenperiode viel Zeit und Energie in die Wiederbelebung des Bachs investiert. Das vollständige Austrocknen des Bachs ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, da eine weitere Hitzewelle vor der Tür steht. Ohne Hilfe hatten die Fische – gefangen in den wenigen Wasserlachen im austrocknenden Bach – keine Überlebenschance. Um die Tiere vor dem sicheren Tod durch Austrocknung oder Sauerstoffmangel zu bewahren, haben die Starzelbachfischer rechtzeitig eine Fischbergung mittels Elektrobefischung durchgeführt. Mit einem Elektrofischfanggerät wurden die Fische schonend betäubt, sorgfältig mit Keschern aufgenommen und in einen belüfteten Transportbehälter umgesetzt. Anschließend wurden sie in die Amper bei Fürstenfeldbruck umgesetzt. Diesen Amperabschnitt bewirtschaftet der Angelverein D' Wörthseefischer e.V., sie haben die Allinger Fischer tatkräftig unterstützt und die Fische aufgenommen.
Auch vielen engagierte Allinger Helfer haben kurzerhand unterstützt. Rund 1.200 Fische acht verschiedener Arten (Bachforelle, Stichling, Aitel, Aal, Giebel, Rotauge, Schleie und Barsch) konnten gerettet und umgesetzt werden.
Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack. Denn nicht jeder Fisch konnte gerettet werden. Es sind immer noch unzählige Fische und Kleinstlebewesen in den kritischen Bereichen zurückgeblieben. Die Fischer beobachten die Entwicklung im Bach genau und stehen bereit für eine weitere Fischbergung.
Die Starzelbachfischer Christoph Brzoska, Dr. Roland Meyer, Felix Pötter sind besorgt. „Unser Starzelbach ist ein kleines Gewässer. Doch sein Schicksal steht stellvertretend für viele Bäche in unserer Region. Was hier geschieht, zeigt eindrücklich wie empfindlich unsere Natur auf langanhaltende Hitze, sinkende Grundwasserstände und geringe Niederschläge reagiert. Die geretteten Fische sind ein Zeichen dafür, dass gemeinsames Handeln etwas bewirken kann”, sind sie sich einig.