Veröffentlicht am 17.06.2026 15:18

Feuerwehr spricht von „Falschbehauptung”

Dieser Ochse wird an Halfter und Horn an die Startlinie gezerrt. (Foto: Animal Rebellion)
Dieser Ochse wird an Halfter und Horn an die Startlinie gezerrt. (Foto: Animal Rebellion)
Dieser Ochse wird an Halfter und Horn an die Startlinie gezerrt. (Foto: Animal Rebellion)
Dieser Ochse wird an Halfter und Horn an die Startlinie gezerrt. (Foto: Animal Rebellion)
Dieser Ochse wird an Halfter und Horn an die Startlinie gezerrt. (Foto: Animal Rebellion)

Team Tierschutz und Animal Rebellion haben sich nach dem Ochsenrennen in Taufkirchen im Juni an Frau Kaniber gewandt und fordern ein Verbot solcher Veranstaltungen, welches durch das Tierschutzgesetz (TierSchG) „nicht nur gedeckt, sondern zwingend geboten” sei. Die Wochenanzeiger befragten dazu Andreas Donhauser, Vorsitzenden der Freiwillige Feuerwehr Taufkirchen. Er wirft den Tierschützern „Falschbehauptung” vor und hätte lieber Fragen zum Jubiläumsfest der Wehr gestellt bekommen.

„Auflagen mehr als erfüllt”

Wie wurde das Wohl der benutzten Tiere sichergestellt?

Andreas Donhauser: Das Wohl der Tiere stand zu jederzeit der Veranstaltung an erster Stelle. Um so eine Veranstaltung durchführen zu können, müssen sehr strenge Auflagen seites des zuständigen Veterinär-/ Landratsamt eingehalten werden. Diese Auflagen wurden zu jeder Zeit mehr als erfüllt und eingehalten. Es waren während des gesamten Events 2 Tierärzte anwesend und haben streng über das Wohl der Tiere gewacht.

„Nicht während unseres Events”

Wie entstanden die Verletzungen der benutzten Tiere, die auf Bildern und Videos des Rennens zu erkennen sind?

Andreas Donhauser: Die Verletzungen der Tiere sind nicht, wie von Animal Rebellion oder PETA behauptet während unseres Events entstanden. Das ist eine Falschbehauptung. Sämtliche Treibhilfen oder Sporen sind während des gesamten Rennens strikt verboten.

„Im Vorfeld zugezogen”

Wie und wann wurden diese Verletzungen behandelt?

Andreas Donhauser: Wie oben erklärt, waren während des gesamten Events 2 Tierärzte anwesend, die die Tiere beobachtet und zum Rennen freigegeben haben. Es handelt sich lediglich bei einem Ochsen um eine Schürfwunde an der Schnauze welche der Ochs sich im Vorfeld zugezogen hatte. Diese Verletzung wurde sehr genau von den Tierärzten begutachtet und für unbedenklich eingestuft.

Warum wurden möglicherweise oder offensichtlich verletzte Tiere nicht aus dem Rennen genommen?

Andreas Donhauser: Siehe Antwort oben.

„Haben gemeinsam trainiert”

Wurden die Reiter der benutzten Tiere vor dem Rennen im Umgang mit den Tieren geschult?

Andreas Donhauser: Es wurden nur Reiter für die Kamele von uns gestellt. Diese waren über 4 Wochen zusammen mit einer Tiertrainerin in regelmäßigen Abständen bei den Kamelen und haben gemeinsam trainiert. Auch das gegenseitige Gewöhnen aneinander war ein wichtiger Punkt für uns. Die Sicherheit und das gegenseitige Vertrauen standen immer an vorderster Stelle. Die Ochsen wurden ausschliesslich von den Ochserern aus Haunshofen geritten und betreut, die die Ochsen ihr komplettes Leben lang begleiten. Da können sie sich ebenfalls sicher sein, das das Wohl ihrer eigenen Tiere immer an vorderster Stelle steht.

„Es war eine Revanche”

Welche inhaltliche Verbindung sieht die Feuerwehr Taufkirchen zwischen ihrem 150-jährigen Jubiläum und einem Ochsen-und-Kamel-Rennen?

Andreas Donhauser: Das Ochsen vs. Kamelrennen war eine Revanche. Bereits 2018 veranstalten die Burschen Taufkirchen zu ihrem Jubiläum das Rennen. Damals gewann ein Ochse. Die Idee einer Revanche kam während der Festplanung. Diesjähriger Sieger war übrigens ein Kamel.

Inwiefern ist die Veranstaltung eines Ochsen-und-Kamel-Rennens durch Ihre Satzung gedeckt, die explizit nur Tätigkeiten für „ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke” zulässt?

Andreas Donhauser: Das Rennen war Bestandteil unseres 150-jährigen Entstehungsfestes.

„Reißerische Schlagzeilen”

Wie erfüllt Ihr Ochsen-und-Kamel-Rennen diesen gemeinnützigen Zweck?

Andreas Donhauser: Wie geschrieben, war es einer der Programmpunkte des 5-tägigen Festes. Wie unter anderem auch ein sehr gelungener Feuerwehraktionstag mit vielen historischen Fahrzeugen und Live-Vorstellungen unseres täglichen Einsatzalltags. Aber das reicht anscheinend nicht für reißerische Schlagzeilen - zumindest wurden wir danach nicht befragt.

Anm. d. Red.: Hier irrt Herr Donhauser: Die Wochenanzeiger / Südost-Kurier kündigten das Gründungsfest der Feuerwehr u.a. am 28. Mai unter der reißerischen Überschrift „150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Taufkirchen wird gefeiert” selbstredend an.

Verzichtet die Feuerwehr Taufkirchen künftig auf solche Veranstaltungen?

Andreas Donhauser: Unser nächstes Jubiläumsfest findet in 25 Jahren statt. Welche Programmpunkte dort stattfinden, kann nur der dann zuständige Festausschuss bestimmen.

 Mit Motorradhelm und in Uniform: Die Feuerwehr veranstaltete das umstrittene Rennen. (Foto: Animal Rebellion)
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