Das Gedenkbuch „Die Toten des KZ Dachau 1933-1945“ ist online unter www.kz-gedenkstaette-dachau.de/forschung-und-sammlung/digitales-gedenkbuch/ verfügbar. Damit wird das Gedenken in den virtuellen Raum hinein erweitert.
Zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau ist es damit erstmals möglich, die Namen von über 33.000 im KZ Dachau verstorbenen Personen auch online auf Deutsch und Englisch zu recherchieren. Die Printversion des Gedenkbuches wurde 2011 von der KZ-Gedenkstätte Dachau veröffentlicht.
Dr. Christoph Thonfeld, Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau, sagte: „Im Zuge der Erneuerung unserer Archiv-Datenbank ist es uns wichtig, mit dieser ergänzenden Anwendung ein virtuelles Gedenken in aller Welt zu ermöglichen und Interessierten die Gelegenheit zu bieten, zu den Verstorbenen des KZ Dachau zu recherchieren. Wir freuen uns sehr, damit einen weiteren Schritt der digitalen Gedenkarbeit zu gehen.“
Digitales Gedenkbuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Das digitale Gedenkbuch kann von Besuchenden der KZ-Gedenkstätte Dachau im Gedenkraum am Ende der Dauerausstellung genutzt werden. Dort steht neben der gedruckten Ausgabe ein neues Terminal für ein virtuelles Gedenken und ergänzende Recherchen zur Verfügung. Es ist geplant, die Online-Version des Gedenkbuches, um zusätzliche Recherchemöglichkeiten zu erweitern.
Das »Gedenkbuch für die Toten des Konzentrationslagers Dachau« hat die Aufgabe, die Würde der Verstorbenen zu bewahren. Es gibt den durch Mord, Folter und unmenschliche Lebensbedingungen zu Tode gekommenen Opfern des Konzentrationslagers ihre Namen wieder und ermöglicht damit ein individuelles Gedenken und zugleich eine Konfrontation mit den begangenen Verbrechen.
Das Gedenkbuch wurde 2011 mit der Unterstützung zahlreicher Einrichtungen, Archive und Einzelpersonen realisiert. Die Forschungen des Historikers und Überlebenden des KZ Dachau, Stanislav Zámečnik, führten zu maßgeblichen Erkenntnissen, ohne die das Gedenkbuch nicht zustande gekommen wäre. Das Totenbuch ist den Opfern des Konzentrationslagers Dachau und deren Angehörigen gewidmet.
Am 22. März 1933 eröffnete das NS-Regime in Dachau eines der ersten Konzentrationslager. Bis zur Befreiung am 29. April 1945 waren mehr als 200.000 Menschen aus über 40 Nationen im KZ Dachau und seinen Außenlagern gefangen, mindestens 41.500 Menschen starben dort an Hunger, Krankheiten, Folter, Mord und den Folgen der KZ-Haft.
Dank der Initiative der Überlebenden konnte das ehemalige Häftlingslager im Mai 1965 in einen Gedenk- und Erinnerungsort umgewandelt werden. Ziel der KZ-Gedenkstätte Dachau ist es heute, an das Leiden und Sterben der Häftlinge zu erinnern und eine Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen zu fördern.
Trägerin der KZ-Gedenkstätte ist die Stiftung Bayerische Gedenkstätten, eine Stiftung des öffentlichen Rechts mit dem Zweck, die Gedenkstätten als Zeugen für die Verbrechen des Nationalsozialismus, als Orte der Erinnerung an die Leiden der Opfer und als Lernorte für künftige Generationen zu erhalten und zu gestalten.