Mit dem ersten von insgesamt vier geplanten Runden Tischen hat die Landeshauptstadt den vom Stadtrat beschlossenen Dialogprozess zur Zukunft des Großmarktes aufgenommen. Ziel des Formats ist es, gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Händlerschaft zentrale Grundsatzfragen zu erörtern.
Begrüßt wurden die Teilnehmer von Bürgermeisterin Verena Dietl, die die Runden Tische zur Zukunft des Großmarktes leitet. „Der heutige Termin markiert den Beginn eines offenen und strukturierten Austauschs. Es geht darum, die Bedeutung des Großmarktes sachlich zu beleuchten und gemeinsam zu klären, welche Rolle er künftig für München und die Region spielen soll“, so Dietl.
Im Mittelpunkt des ersten Runden Tisches stand die grundlegende Frage, ob und warum München auch in Zukunft einen Großmarkt benötigt. Einen inhaltlichen Impuls lieferte der Erste Werkleiter der Märkte München, Edwin Grodeke, der in seinem Vortrag die zentrale Bedeutung des Großmarktes für die Lebensmittelversorgung darstellte. Thematisiert wurden aus fachlicher Sicht unter anderem die Unverzichtbarkeit des Großmarktes für die Versorgung von Wochenmärkten, Gastronomie, Kantinen, Lebensmittelproduktion und Einzelhandel sowie seine besondere Rolle als überregionales Drehkreuz im Süden Deutschlands – mit Versorgungsbeziehungen bis nach Österreich.
Darüber hinaus wurde die wirtschaftliche Bedeutung des Großmarktes für den Freistaat Bayern hervorgehoben. Als Erzeugerland für Produkte wie Spargel, Kartoffeln oder Zwiebeln profitiert Bayern in besonderer Weise von funktionierenden Großmarktstrukturen, die regionale Erzeugnisse bündeln, vermarkten und in die Fläche bringen.
In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass unter den beteiligten Akteuren – insbesondere aus Politik, Verwaltung und Händlerschaft – ein breites Einvernehmen darüber besteht, dass München auch künftig einen Großmarkt benötigt. Vor diesem Hintergrund rückte im weiteren Austausch rasch die Standortfrage in den Fokus. Dabei wurde deutlich, dass die Zukunft des Großmarktes eng mit der Verfügbarkeit geeigneter Flächen verknüpft ist. Entsprechend wurde die Bedeutung einer frühzeitigen und ergebnisoffenen Suche nach möglichen Standorten im Großraum München betont.
Der erste Runde Tisch diente damit wie vorgesehen dem gemeinsamen Verständnis und der Einordnung zentraler Zusammenhänge, ohne bereits Festlegungen zu treffen. Die weiteren Runden Tische werden sich schrittweise mit vertiefenden Fragestellungen befassen, darunter die Standortfrage, mögliche Organisations- und Trägerschaftsmodelle sowie zeitliche Perspektiven für den Betrieb des Großmarktes. Ziel des gesamten Prozesses ist es, auf dieser Grundlage tragfähige und realistische Optionen für die Zukunft des Großmarktes zu entwickeln.