Anlässlich seines 75-jährigen Bestehens hat der kmfv die Ausstellung „Alle wollen wohnen“ konzipiert

Wohnungslosigkeit ist ein Thema, das in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Ausstellung im HP8 will die Besucher dafür sensibilisieren. (Foto: KMFV)
Wohnungslosigkeit ist ein Thema, das in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Ausstellung im HP8 will die Besucher dafür sensibilisieren. (Foto: KMFV)
Wohnungslosigkeit ist ein Thema, das in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Ausstellung im HP8 will die Besucher dafür sensibilisieren. (Foto: KMFV)
Wohnungslosigkeit ist ein Thema, das in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Ausstellung im HP8 will die Besucher dafür sensibilisieren. (Foto: KMFV)
Wohnungslosigkeit ist ein Thema, das in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Ausstellung im HP8 will die Besucher dafür sensibilisieren. (Foto: KMFV)

Anlässlich seines 75-jährigen Bestehens hat der Katholische Männerfürsorgeverein München e.V. (kmfv) die Ausstellung „Alle wollen wohnen: kmfv – 75 Jahre Wohnungslosenhilfe in München“ konzipiert. In Kooperation mit der Münchner Stadtbibliothek konnte sie bereits 2025 in der Stadtbibliothek im Motorama ausgestellt werden. Aufgrund des großen Interesses wird die Ausstellung nun vom 4. Februar bis 27. Februar in der Stadtbibliothek im HP8 (Hans-Preißinger-Straße 8, 1. Stock) besichtigt werden.

Warum ist jemand wohnungslos?

Neben der ereignisreichen Geschichte des kmfv thematisiert sie gesellschaftliche Wahrnehmung und die Gründe für Wohnungslosigkeit sowie die Arbeitsfelder, Hilfsangebote und Unterstützungsansätze der Wohnungslosenhilfe. Insbesondere kommen wohnungslose Menschen und jene, die sie dabei unterstützen, wieder neue Perspektiven für sich zu entwickeln, zu Wort.

14.000 Münchner sind betroffen

Im Vergleich zu anderen Städten prägen obdachlose Menschen das Münchner Stadtbild bisher wenig. Dennoch hat auch hier eine steigende Anzahl von Menschen – aktuell fast 14.000 in München – keinen eigenen Wohnraum mehr zur Verfügung. Für die Gesellschaft meist unsichtbar leben sie in verschiedenen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe.

Arbeit, die oft im Verborgenen geschieht

Seit nunmehr 75 Jahren setzt sich der kmfv dafür ein, dass wohnungslose Menschen Beratung und Begleitung erhalten. Von Stadtpfarrer Adolf Mathes 1950 gegründet hat der kmfv mit dem Engagement vieler Partnerinnen und Partner im Laufe der Zeit ein einzigartiges Unterstützungsangebot für wohnungslose Menschen entwickelt.
Die Ausstellung „Alle wollen wohnen“ erzählt von Menschen, deren Stimmen selten gehört werden, und von einer Arbeit, die oft im Verborgenen geschieht. Sie gibt Einblicke in bewegende Lebenswege, zeigt die Entwicklung der Wohnungslosenhilfe in München – und lässt auch die Menschen zu Wort kommen, die sich seit Jahrzehnten mit großem Engagement für andere einsetzen.

Vorurteilen begegnen

„Wir freuen uns sehr, dass die Ausstellung bisher so ein positives Echo erfahren hat und wir nun die Möglichkeit bekommen, sie erneut auszustellen. Hierdurch ist es uns möglich, ein noch größeres Publikum für diese wichtige Thema zu sensibilisieren. Wohnungslosigkeit ist leider ein Thema, das in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Die Ursachen für Wohnungslosigkeit sind äußerst vielschichtig und es ist wichtig, Vorurteilen zu begegnen. Wir danken der Stadtbibliothek im HP8 sehr für die Möglichkeit, die Ausstellung erneut an so einem zentralen Ort zu präsentieren“, erklärt Michael Auer, Mitglied der Geschäftsleitung des kmfv.
„In vielen unserer Stadtbibliotheken haben wir Zulauf von Menschen ohne feste Bleibe, genauso auch in der Stadtbibliothek im HP8. Diese Menschen kommen oft täglich über mehrere Stunden. Manche von ihnen bringen etwas mehr Gepäck mit als andere – buchstäblich und auch im übertragenen Sinn“, ergänzt Carolin Becker, Leiterin der Zentralbibliothek. „Mit der Ausstellung wollen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden“, so Becker.

Gemeinsam mit dem Bibliotheksteam und dem Münchner Netzwerk Wohnungslosenhilfe ist es dem kmfv gelungen, ein spannendes Begleitprogramm zu entwickeln:

  • Mi, 4. Februar, 18 Uhr: Ausstellungseröffnung und Impulsvortrag „Digitale Wundversorgung: Wie KI die Wohnungslosenhilfe revolutioniert”
    Über eine Million Menschen in Deutschland leiden unter chronischen, nicht heilenden Wunden wie diabetischen Fußwunden. Auch Menschen in prekären Lebensverhältnissen, die gleichzeitig oft einen erschwerten Zugang zu medizinischer Versorgung haben, gehören oft dazu. Durch KI-gestützte Wundversorgung kann ihnen nun besser und effektiver geholfen werden. Vortrag mit Dr. Thomas Beutner, Facharzt für Allgemeinmedizin und Arzt der Arztpraxis für Wohnungslose sowie der Münchner Straßenambulanz.
  • Di, 24. Februar, 18 Uhr: „Investition Mensch: Wie Wohnungslosenhilfe gesellschaftlichen Mehrwert schafft”
    Im Rahmen einer moderierten Podiumsdiskussion wird die Relevanz der Wohnungslosenhilfe für die Münchner Stadtgesellschaft in den Fokus gestellt. Dabei wird beleuchtet, welchen wichtigen Beitrag die bestehenden Angebote für das soziale Miteinander in München leisten und wie sehr Stadt und Gesellschaft von einer verlässlichen und gut ausgestatteten Wohnungslosenhilfe profitieren. Organisiert wird die Veranstaltung durch das Münchner Netzwerk Wohnungslosenhilfe.

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