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Vier Schulklassen erwecken in Ismaning Goethes "Faust" zum Leben

Ismaning · Zeitloser Klassiker

Vier Waldorfklassen bringen den "Faust" auf die Theaterbühne der Rudolf-Steiner-Schule in Ismaning. Unser Bild stammt aus der Tragödie zweiter Teil. Foto: Florian Flade

Vier Waldorfklassen bringen den "Faust" auf die Theaterbühne der Rudolf-Steiner-Schule in Ismaning. Unser Bild stammt aus der Tragödie zweiter Teil. Foto: Florian Flade

Ismaning · Ob "Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!", "Da steh ich nun ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor" oder "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube": Wohl kein anderes deutsches Werk hat so viele bekannte Zitate hervor gebracht wie der "Faust".

Obwohl schon 200 Jahre alt, hat Johann Wolfgang von Goethes Monumentalwerk nichts von seiner Aktualität eingebüßt - und begeistert auch junge Leute immer wieder aufs neue. So bringen Theaterensembles von vier deutschen Waldorfschulen den ganzen "Faust", also den ersten und zweiten Teil der Tragödie, auf die Bühne der Rudolf-Steiner-Schule Ismaning (Dorfstraße 77).

Das Faust-Festival 2019 läuft dort vom 23. bis zum 27. Februar. Neben den Vorstellungen können Besucher ergänzend kostenlos Vorträge rund um das Thema »Faust« besuchen. Pädagogen und Faust-Experten beleuchten jeweils bestimmte Aspekte des Werks aus heutiger Sicht.

Veranstalter des Festivals ist der Verein "Waldorfprojekte", der in Ismaning sitzt und nationale und internationale Schülerprojekte im Sinne der Waldorfpädagogik fördert. Dass Ismaning zur "Faustgemeinde" geworden ist, hat einen bestimmten Grund: "Unser Deutschlehrer Klaus Weißinger ist ein ausgewiesener Faust-Experte", sagt Claudia Beauchamp, Sprecherin der Waldorfschule Ismaning. "Er hat darüber auch promoviert und 2014 das erste Festival initiiert." Damals stießen die Vorführungen auf große Resonanz. Der Theatersaal der Schule mit 400 Plätzen war laut Beauchamp "immer ausverkauft". Unter den Besuchern waren auch Gymnasiasten aus Garching.

Für die Neuauflage im Jubiläumsjahr zu 100 Jahren Waldorfbewegung konnten sich Waldorfklassen aus ganz Deutschland bewerben. Sie mussten nachweisen, dass sie die aufwändige Inszenierung organisatorisch und zeitlich stemmen können. Den Zuschlag bekamen vier 12. Klassen der Waldorfschulen Dresden, Potsdam, Landsberg und Wendelstein (bei Nürnberg). Jede Klasse spielt ein oder mehrere Akte aus "Faust" und "Faust 2" – und das gleich zweimal: Die Vorführungen beginnen jeweils vormittags um 10.15 und abends um 19 Uhr.

"Themen, denen wir uns stellen müssen"

Doch was fasziniert die Jugend von heute an einem Stück aus dem frühen 19. Jahrhundert? „Obwohl das Werk schon vor rund 200 Jahren geschrieben wurde, geht es damals wie heute immer noch um Geld, Krieg und um Themen wie Schönheitsideale oder die Erschaffung künstlichen Lebens. Das sind auch unsere Themen, denen wir uns stellen müssen, mit Blick auf die Zukunft", betont die 12. Klasse aus Dresden. Das Theaterprojekt ermögliche es ihnen, das "geniale Werk kreativ, künstlerisch und anschaulich zum Leben zu erwecken", führen die Schüler aus.

Die 12. Klasse der Waldorfschule Ismaning hat sich übrigens gegen eine Inszenierung des "Faust" entschieden: Zwar lesen und behandeln die Schüler den Klassiker im Unterricht drei Wochen lang intensiv. Auf die Bühne brachten sie mit "Hysterikon" von Ingrid Lausund kürzlich jedoch ein modernes Stück.

Theaterliebhaber, Goethe-Fans, Oberstufenschüler und sonstige Interessierte, die den "Faust" in neuem Gewand erleben möchten, können sich unter karten.faust-festival.de oder unter Telefon 0160/7802991 Eintrittskarten sichern.

Karten gibt es ab 12 Euro je Vorstellung oder ab 40 Euro im Abonnement. Restkarten wird es an der Theaterkasse geben. Das Rahmenprogramm mit Einführungen und Vorträgen ist kostenlos. Alle Termine finden sich unter www.faust-festival.de

Artikel vom 11.02.2019
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