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Typisierungsaktion für die zwölfjährige Rinah aus Aschheim

Unterstützen die Typisierungsaktion für die 12-jährige Rinah, Bürgermeister Thomas Glashauser und Schauspieler Götz Otto (v. l.). Foto: VA

Unterstützen die Typisierungsaktion für die 12-jährige Rinah, Bürgermeister Thomas Glashauser und Schauspieler Götz Otto (v. l.). Foto: VA

Aschheim· »Mit jedem, der sich am 26. Juli testen lässt, steigen Rinahs Chancen«, erklärt die Aschheimerin Tricia Scheer. Ihre 12-jährige Tochter Rinah ist an Blutkrebs erkrankt. Was vor sieben Wochen ganz harmlos mit Bauchschmerzen begann, hat sich für die Familie zur Katastrophe entwickelt.

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Um ihr und anderen Patienten zu helfen, veranstaltet die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH am Sonntag, 26. Juli, eine Registrierungsaktion für potenzielle Spender. Schirmherren der Aktion sind Thomas Glashauser, 1. Bürgermeister der Gemeinde Aschheim, und der bekannte Schauspieler Götz Otto.

Jeder kann dazu beitragen, dass Rinah bald wieder gesund ist und zur Schule gehen darf! Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, darf sich als Spender in die Datei aufnehmen lassen. Darüber hinaus sind Geldspenden notwendig, um die Registrierungen finanziell zu ermöglichen. Mit der niederschmetternden Diagnose »Blutkrebs« wurden Rinah und ihre Familie vor wenigen Wochen konfrontiert. Seitdem sind Untersuchungen und Krankenhausaufenthalte an der Tagesordnung. Das Leben der Familie ist auf den Kopf gestellt. Rinah ist ein lebenslustiges Mädchen. Sie liebt Tanzen, Singen und Schauspielern. Ihr größter Traum ist es, einmal mit ihrem Idol Elyas M’Barek vor der Kamera zu stehen. Doch erst muss sie wieder gesund werden. Ihre Familie wartet jeden Tag auf die erlösende Nachricht, dass ein passender Spender gefunden worden ist! Fakt ist, die fröhliche Sechstklässlerin kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. Allerdings kommt es nur sehr selten vor, dass zwei Menschen über nahezu identische Gewebemerkmale verfügen. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20.000. Bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein »genetischer Zwilling«.

Die Suche ist aber auch deshalb so schwer, weil noch immer viel zu wenige Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen. Denn wer sich nicht in eine Spenderdatei aufnehmen lässt, kann nicht gefunden werden. Bislang war die weltweite Suche nach einem passenden Stammzellspender für Rinah erfolglos. Um ihr und anderen Patienten zu helfen, organisieren Freunde und Familie jetzt gemeinsam mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei eine Registrierungsaktion in Aschheim. Sie alle wollen, dass möglichst viele Menschen aus der Region die Gewebemerkmale ihres Blutes bestimmen lassen. Jeder, der sich als potenzieller Stammzellspender in die DKMS aufnehmen lässt, ist eine weitere Chance für Rinah und Patienten weltweit und kann vielleicht schon morgen zum Lebensspender werden.

Die Aktion unter der Schirmherrschaft von Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser und Schauspieler Götz Otto findet statt am Sonntag, 26. Juli, 10 bis 15 Uhr im Aschheimer Feststadl, Eichendorffstr. 10, 85609 Aschheim. Mitmachen kann jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, damit seine Gewebemerkmale bestimmt (typisiert) werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut an der Aktion teilnehmen. Ihre Daten stehen weiterhin für alle Patienten zur Verfügung. Genauso wichtig wie die Erweiterung der Spenderdatei ist aber auch die finanzielle Unterstützung der Aktion. Die Registrierung und Typisierung jedes einzelnen Spenders kostet 50 Euro. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen. Um die geplante Aktion überhaupt durchführen zu können, benötigt sie daher dringend finanzielle Unterstützung! Jeder Euro zählt! Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs, darunter viele Kinder und Jugendliche. Für viele Patienten ist, so wie für Rinah, die Übertragung gesunder Stammzellen die einzige Überlebenschance. Die DKMS-Family ist mit über 5.294.000 registrierten Stammzellspendern der weltweit größte Dateienverbund. Täglich spenden mindestens 18 DKMS-Spender Stammzellen. Dennoch kann für zahlreiche Patienten kein geeigneter Spender gefunden werden. Deshalb ist es wichtig, dass sich kontinuierlich möglichst viele Menschen in die Datei aufnehmen lassen. Steht ein passender Spender zur Verfügung, erfolgt zunächst eine eingehende ärztliche Voruntersuchung, um gesundheitliche Risiken für Spender und Empfänger auszuschließen. Es gibt zwei Verfahren zur Gewinnung von Stammzellen: Die periphere Stammzellentnahme und die Entnahme von Knochenmark (nicht Rückenmark!) aus dem Beckenkamm.

In etwa 80 Prozent aller Fälle wird die periphere Stammzellentnahme durchgeführt. Dem Spender wird über mehrere Tage G-CSF, ein körpereigener hormonähnlicher Stoff (Wachstumsfaktor), gegeben. Dieser körpereigene hormonähnliche Stoff, der vom Körper zum Beispiel auch bei fieberhaften Infekten produziert wird, stimuliert die Produktion der Stammzellen und bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befinden. Diese können dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden. Diese Methode wird in der Medizin seit 1988 angewandt, beim gesunden Menschen seit 1994. Langzeitnebenwirkungen sind nach dem heutigen Forschungsstand bei der Stimulation mit G-CSF nicht belegt. Bei der wesentlich seltener durchgeführten Knochenmarkentnahme wird dem Spender unter Vollnarkose circa 1 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen (nicht Rückenmark!) entnommen und dem Patienten übertragen. Das entnommene Knochenmark bildet sich innerhalb von 14 Tagen vollständig nach. Das Risiko für den Knochenmarkspender beschränkt sich im Wesentlichen auf das Narkoserisiko. Eventueller Verdienstausfall und alle anderen Kosten des Spenders werden von der Krankenkasse des Patienten übernommen. In beiden Fällen wird der Spender vor der Entnahme umfassend auf-geklärt und eingehend ärztlich untersucht. Mehr Infos zum Thema Stammzellenspende erfährt man unter www.dkms.de

Bis Familie Scheer weiß, ob bei der Typisierungsaktion ein passender Spender dabei war, dauert es rund sechs Wochen. »Erst wenn fest steht, dass der Spender paßt, und er auch spenden möchte, werden wir benachrichtigt«, erklärt Tricia Scheer. Eine lange Zeit des Wartens beginnt damit für die Aschheimer Familie. Die vielen positiven Reaktionen und die Hilfsbereitschaft der Menschen sind jedoch ein großer Trost. »Ich bin oft überwältigt, wie sehr die Menschen an unserem Schicksal teilhaben«, betont die engagierte Mutter. Also, testen lassen und zum Held werden!

hw/dkms


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