Es war ein Tag zwischen Abschied und Aufbruch für die 318 Schülerinnen und Schüler der FOSBOS Erding, die in diesem Jahr ihren Abschluss gemacht haben. Nun durften sie gemeinsam mit ihren Eltern – verteilt auf drei Veranstaltungen – ihr Zeugnis entgegennehmen und sich feiern lassen.
Schulleiter Jens Baumgärtel Jens Baumgärtel griff in seiner Rede die Künstliche Intelligenz (KI) auf, die Schule, Lernen und Bildung grundlegend verändere: „Künstliche Intelligenz kann Antworten geben. Aber die wichtigen Fragen müssen weiterhin Menschen stellen.“ KI hin oder her, „Lernen ist anstrengend, und dadurch wertvoll“, sagte Baumgärtel. Die Jahre an der FOSBOS Erding seien für die Schülerinnen und Schüler somit „ein Trainingslager für das echte Leben“ gewesen. Baumgärtel dankte der gesamten Schulfamilie für das breitgefächerte Angebot. Dieses umfasst die Kennenlernfahrten in der 11. Klasse, Auslandspraktika in Krakau, Zypern und Dublin, Studienfahrten und Sprachreisen, Theateraufführungen sowie Auftritte der Schülerband oder der Weihnachtsgottesdienst und die Segensfeier vor den Prüfungen. Stolz sei man besonders auf die Auszeichnung zur bundesweiten Botschafterschule für hervorragende Berufs- und Studienorientierung sowie zur Klimaschule Bayern in der Prädikatsstufe Bronze. Schließlich bedankte sich der Schulleiter beim Sachaufwandträger – den Landkreisen Erding und Ebersberg – für die sehr gute Ausstattung, „trotz schwieriger Zeiten“.
Der Stellvertretende Landrat des Landkreises Erding, Hans Wiesmaier, überbrachte die Grüße von Landrat Martin Bayerstorfer. In seiner launigen Rede mahnte er, an die Absolventinnen und Absolventen gewandt: „Man muss auch mal Lob aushalten können. Denn man braucht es, wenn die Zeit der Kritik wiederkommt.“ Er riet den jungen Leuten, im Sturm dieser Zeit keine Mauern zu bauen, sondern Segel zu setzen: „Sonst bleibt man da, wo wir schon waren, und das ist zu wenig.“ Und weiter: „Geschenkt wird einem nichts im Leben, nur von den Eltern – und vielleicht ein bisserl was vom Landkreis oder der Großen Kreisstadt – aber sonst war’s das auch.“ Damit spielte er auf die zehn Preisträger des Landkreises Erding an, denen er eine kleine Anerkennung überreichen durfte.
Magdalena Föstl, die Stellvertretende Landrätin des Landkreises Ebersberg, überbrachte die Glückwünsche von Landrat Robert Niedergesäß und sagte, dass es während der letzten Jahre bei den Schülerinnen und Schüler bestimmt auch Zweifel gegeben hätte: „Aber heute haben Sie Ihr Ziel erreicht!“ Ihr Ratschlag lautete: „Sammeln Sie Erfahrungen, aber vergessen Sie Ihre Heimat nicht!“ Denn die Gesellschaft brauche Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich engagieren und füreinander einstehen. Anschließend überreichte sie die Preise des Landkreises Ebersberg für die drei besten Prüfungsergebnisse.
Der Zweite Bürgermeister der Großen Kreisstadt Erding, Burkhard Köppen, vertrat den verhinderten Oberbürgermeister Max Gotz, dessen Grüße er weitergab. „Demokratie beginnt dort, wo Menschen zusammenkommen“, sagte er und betonte die Bedeutung von Fördervereinen, die Geld sammeln für Dinge, die sonst nicht finanziert werden könnten. Köppen vergab schließlich die acht Preise der Franz-Eisenreich-Schulfondstiftung.
Im Anschluss durfte Markus Geier, der Geschäftsführer des Fördervereins, die besten Seminararbeiten auszeichnen. Fünf Arbeiten zu völlig verschiedenen Themen, von Erbschaftssteuervergleich bis hin zu “Erinnerung und Suggestibilität bei Vier- bis Sechsjährigen“, wurden mit der Bestnote von 15 Punkten bewertet. Mit dem Geldpreis des Fördervereins sei laut Geier auch eine Botschaft verbunden: „Wir sehen euch, wir würdigen euch!“ Geier bedankte sich auch bei den betreuenden Lehrkräften und nutzte die Gelegenheit, für den Förderverein zu werben: „Der Jahresbetrag ist frei wählbar – manche zahlen 18,60 Euro im Jahr, warum auch immer“.
Zwischendurch widmete sich das eingespielte Moderatorenteam Ines Grosch und Bernhard Schuster der besonderen Rolle der Eltern, also den Menschen, „die Sie genervt, aber auch an Sie geglaubt haben.“ Dazu gab es von den Absolventinnen und Absolventen stehende Ovationen für die Eltern und ein lautes „Danke“.
Hier übernahm der Elternbeiratsvorsitzende Markus Jeschonek. Für ihn sei es „ein Spaß gewesen zu sehen, wie hier viele Leute mit Inbrunst ihren Job machen.“ Den Absolventinnen und Absolventen riet er: „Haben Sie Spaß, denn nur dann kann es richtig gut werden!“ Anschließend bedankte sich Schulleiter Baumgärtel bei Markus Jeschonek mit einem kleinen Geschenk für die gute Zusammenarbeit.
Im Anschluss standen gleich vier Vertreter der SMV am Rednerpult. Elias Czech, zweiter Schülersprecher der BOS, erzählte gut gelaunt von den „Ups“, die er an der Schule erlebt hat. Er habe „wirklich viel gelernt hier“, aber besonders glücklich sei er über den bestandenen Leiterführerschein, den er im Zuge des Christbaumschmückens in der Aula unter der Ägide von Hausmeister Martin Hailer gemacht habe. Das Dokument, das er stolz präsentierte, erlaube es ihm, auf jede Leiter zu steigen, was er seitdem auch tue. Sein Kollege Roberto Stirn, ebenfalls BOS, ging auch auf das Aufstellen des Christbaums ein. Jede SMV wolle den größten Baum haben, weshalb man sich für ein 5,5 m hohes Exemplar entschieden habe. Aber: „Er soll ja auch stehen. Danke hier nochmal an den Schüler, der zufällig eine Japansäge im Auto hatte, um ihn in den Ständer zu bekommen.“ Er selbst habe seither auch stets eine solche Säge bei sich.
Josef Stehbeck, Schülersprecher der FOS, lobte den Eifer der Lehrkräfte, die er manchmal sogar bremsen musste: „Fahren Sie mal einen Gang runter, ich will Abi, aber so gut soll es auch nicht sein!“ Angelique Huber, dritte Schülersprecherin der FOS, bedauerte, dass sich viele Wege nun trennen würden. Der Dank der SMV ging auch an die Verbindungslehrkräfte Susanne Burgholzer und Thomas Ganghofer, die beide ein Geschenk erhielten.
Schließlich bekamen die Schülerinnen und Schüler ihre Zeugnisse, überreicht von den jeweiligen Klassenleitern, bevor es zum lockeren Sektempfang auf den Pausenhof ging. Die zehnköpfige Schülerband unter Leitung von Matthias Schultheiß begeisterte mit Rocksongs von Metallica über The White Stripes bis hin zu AC/DC. Den Abschluss bildete wie immer die Lehrerband mit ihrem „FOSBOS-Song“.