Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat vor den negativen Folgen übermäßiger Bildschirmzeit gewarnt. Die Ministerin betont: „Besonders Kinder und Jugendliche sind anfällig für problematische Mediengewohnheiten. Dabei kann zu viel Bildschirmzeit zum Beispiel Schlaf und Konzentration beeinträchtigen und dazu führen, dass junge Menschen zunehmend den direkten Kontakt zu anderen verlieren.“
Gerlach erläuterte weiter: „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut einer Mediensucht-Studie im Auftrag der DAK von 2025 zeigen in Deutschland rund 700.000 Kinder und Jugendliche bereits eine problematische Spielnutzung, 1,3 Millionen eine problematische Social-Media-Nutzung und 900.000 ein problematisches Video-Streaming-Verhalten. Das ist eine Größenordnung, die wir nicht ignorieren dürfen.“
Genau hier gehe Bayern mit dem Masterplan Prävention voran, so die Ministerin. Der Masterplan enthalte konkrete Maßnahmen, um einem exzessiven Medienkonsum – insbesondere bei Kindern und Jugendlichen – frühzeitig vorzubeugen.
Bayern unterstütze hierzu gezielt Konzepte der Aufklärungsarbeit rund um die Risiken von Computer- und Internetnutzung. Ein Beispiel sei das peer-basierte Projekt „Net-Piloten“: Schülerinnen und Schüler, die speziell ausgebildet wurden, geben ihr Wissen an Mitschülerinnen und Mitschüler weiter.
Auch das an Schulen etablierte Präventionsnetzwerk, das bislang vor allem in der Cannabisprävention aktiv ist, werd sich künftig stärker dem Thema Medienkonsum widmen. Ziel sei es, die Suchtprävention an Bayerns Schulen im Rahmen einer Gesamtstrategie weiter auszubauen und zu stärken.
Zudem stünden mit dem Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS) starke Fachstellen zur Verfügung, die Entwicklungen aufmerksam verfolgen und gezielte Prävention anbieten.