Neue Infotafel an Basispyramide in Unterföhring

1801 wurde von Unterföhring aus die sogenannte Basislinie vermessen. Daran erinnert die Basispyramide am Föhringer Ring. Nun hat sie eine neue Infotafel erhalten. (Foto: bas)
1801 wurde von Unterföhring aus die sogenannte Basislinie vermessen. Daran erinnert die Basispyramide am Föhringer Ring. Nun hat sie eine neue Infotafel erhalten. (Foto: bas)
1801 wurde von Unterföhring aus die sogenannte Basislinie vermessen. Daran erinnert die Basispyramide am Föhringer Ring. Nun hat sie eine neue Infotafel erhalten. (Foto: bas)
1801 wurde von Unterföhring aus die sogenannte Basislinie vermessen. Daran erinnert die Basispyramide am Föhringer Ring. Nun hat sie eine neue Infotafel erhalten. (Foto: bas)
1801 wurde von Unterföhring aus die sogenannte Basislinie vermessen. Daran erinnert die Basispyramide am Föhringer Ring. Nun hat sie eine neue Infotafel erhalten. (Foto: bas)

225 Jahre ist es her, dass Unterföhring eine wichtige Rolle in der bayerischen Geschichte spielte: 1801 wurde von hier aus unter der Leitung des französischen Obersts Charles Marie Rigobert Bonne die sogenannte Basislinie vermessen. Besagte Strecke zwischen Unterföhring und Aufkirchen ist genau 21.653,8 Meter lang - sie bildete die Grundlage für die weitere Vermessung des späteren Königreichs. Um an das Ereignis zu erinnern, hat Finanz- und Heimatminister Albert Füracker an der Basispyramide in Unterföhring eine Infotafel enthüllt.

Start- und Endpunkt der Basislinie wurden seinerzeit durch zwei etwa fünf Meter hohe steinerne Basispyramiden markiert. Die Bauwerke wurden 1802, ein Jahr nach Abschluss der Messung, zur Erinnerung an die vermessungstechnische Leistung errichtet - in Unterföhring ebenso wie in Aufkirchen, einem Dorf westlich von Erding. An beiden Orten informieren jetzt neue Tafeln über die Geschichte und Bedeutung der Basislinie: Sie war der Anfang der ersten vollständigen Vermessung Bayerns, die Kurfürst Max IV. Joseph, der spätere König Max Joseph, beauftragt hatte.

Die Unterföhringer Basispyramide dürfte vor allem Autofahrern bekannt sein: Sie steht dort, wo die Staatsstraße 2340 zur A 99 vom Föhringer Ring abzweigt. Fußgänger können das Denkmal von der Apianstraße aus über einen Tunnel und einen schmalen Trampelpfad erreichen. Vor 225 Jahren stand die Pyramide an gleicher Stelle noch mitten auf dem Land: Zwischen den Dörfern Unterföhring und Johanneskirchen platzierte man den Obelisken auf einem Hügel, von dem man die Türme der Frauenkirche erblicken konnte. Bemerkenswert zudem: Der Landstrich um die Pyramide gehörte zum Zeitpunkt der Messung politisch noch nicht zu Bayern - erst 1803 kam die damalige Grafschaft Ismaning zum Kurfürstentum, das 1806 Königreich wurde.

„Echte bayerische Pionierarbeit”

„Die Basislinie zwischen Unterföhring und Aufkirchen steht für echte bayerische Pionierarbeit und eine vermessungstechnische Höchstleistung. Mit großer Sorgfalt und beeindruckender Präzision wurde hier vor 225 Jahren die entscheidende Grundlage für die Vermessung unseres Landes geschaffen”, betonte Minister Albert Füracker bei der Enthüllung der Infotafel in Unterföhring. Damals sei bereits äußerst genau gearbeitet worden, ergänzte er: Auf einer Strecke von mehr als 21 Kilometern betrage die Abweichung gegenüber modernen Vergleichsmessungen gerade einmal etwa drei Zentimeter pro Kilometer. Die Infotafeln sollen die „Meisterleistung würdigen und so dieses besondere Kapitel unserer Geschichte für alle sichtbar machen”, führte der Minister weiter aus.

Mit Messlatten aus Tannenholz

Die Länge der Basislinie wurde Anfang des 19. Jahrhunderts unmittelbar im Gelände mit aneinandergereihten, je fünf Meter langen Messlatten aus Tannenholz bestimmt. Die bayerische Basislinie gilt als längste direkt gemessene Triangulationslinie Europas. Von ihren Endpunkten aus wurden weitere Punkte angepeilt und Winkel bestimmt. Aus der bekannten Basislänge und den gemessenen Winkeln ließen sich anschließend weitere Entfernungen berechnen. So entstand schrittweise ein großräumiges Vermessungsnetz über ganz Bayern - und im Laufe der Zeit wurde aus der historischen Landesvermessung eine hochmoderne Geodateninfrastruktur. Mit dem BayernAtlas bietet der Freistaat heute unter www.bayernatlas.de einen kostenlosen zentralen Online-Kartendienst für Bürger, Kommunen, Wirtschaft und Verwaltung an.

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