Weit ausladende Äste verbreiten im Sommer Schatten und Kühle. Die mächtigen Arme greifen in den Himmel, der Wipfel ragt viele Meter hoch empor. Wer darunter steht oder an ihr vorbeigeht, spürt die Power, die von der Röthlinde ausgeht. Doch dass dieser Baum, der als ältester auf Münchner Stadtgebiet gilt, tatsächlich rund 450 Jahre alt ist – wer hätte das gedacht? Benannt ist die Winterlinde nach dem Landschaftsmaler Philipp Röth (1841 – 1921), der gerne unter ihr seine Zeit verbrachte. Der in der Zwischenzeit noch größer gewordenen Baumriese steht am östlichen Ende der Nederlinger Straße in Moosach und hat nun die offizielle Auszeichnung als Nationalerbe-Baum Deutschlands erhalten. Damit gehört er zu den 100 bedeutendsten Bäumen Deutschlands. Als Naturdenkmal ist er unter den Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes gestellt.
Im Rahmen einer kleinen Feier haben Bürgermeisterin Mona Fuchs, Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer und der stellvertretende Referent für Klima- und Umweltschutz, Boris Schwartz, die Auszeichnung vom Initiator und Leiter des Kuratoriums Nationalerbe-Baum der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, Andreas Roloff, entgegengenommen. Mit der Ausweisung als Nationalerbe-Baum unterstützt das Kuratorium die Abteilung Gartenbau des Baureferats künftig finanziell bei der regelmäßigen Kontrolle, der Pflege und der Durchführung von Erhaltungsmaßnahmen. Die Geldmittel stellt dabei die Eva Mayr-Stihl-Stiftung zur Verfügung.
„Bäume sind so viel mehr als ein Teil unserer Landschaft. Sie spenden Schatten, verbessern das Klima und bieten Lebensraum für unzählige Tiere. Vor allem aber prägen alte Bäume einen Ort und machen ihn besonders”, sagt Bürgermeisterin Mona Fuchs: „Deshalb ist es mir wichtig, dass wir die Röthlinde mit den nun möglichen Pflegemaßnahmen erhalten. Ich wünsche mir, dass dieser beeindruckende Baum noch viele Generationen überdauert und Menschen auch in Zukunft an diesem besonderen Ort erfreut.“