Die Schwalbe fliegt zum Sieg

14 Zentimeter misst die Mehlschwalbe, die ihren Namen von ihren weißen Körperteilen hat. Ganz groß raus kommt sie als „Vogel des Jahres 2027”.  (Foto: Zdenek Tunka)
14 Zentimeter misst die Mehlschwalbe, die ihren Namen von ihren weißen Körperteilen hat. Ganz groß raus kommt sie als „Vogel des Jahres 2027”. (Foto: Zdenek Tunka)
14 Zentimeter misst die Mehlschwalbe, die ihren Namen von ihren weißen Körperteilen hat. Ganz groß raus kommt sie als „Vogel des Jahres 2027”. (Foto: Zdenek Tunka)
14 Zentimeter misst die Mehlschwalbe, die ihren Namen von ihren weißen Körperteilen hat. Ganz groß raus kommt sie als „Vogel des Jahres 2027”. (Foto: Zdenek Tunka)
14 Zentimeter misst die Mehlschwalbe, die ihren Namen von ihren weißen Körperteilen hat. Ganz groß raus kommt sie als „Vogel des Jahres 2027”. (Foto: Zdenek Tunka)

Sie baut ihre Nester unter unseren Hausdächern, verbringt den Sommer in Dörfern und Städten und ist doch immer seltener zu sehen: Die Mehlschwalbe. Nun ist sie der „Vogel des Jahres 2027” geworden. Der Bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und sein bundesweiter Partners NABU (Naturschutzbund Deutschland) führen die Wahl zum Vogel des Jahres durch. Heuer standen außerdem der Kolkrabe, der Kranich, die Wasseramsel und der Trauerschnäpper zur Auswahl. Diese zeigt die Vielfalt der Vogelwelt und ihrer Bedürfnisse und will die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für unterschiedliche Naturschutzthemen wecken.

Von den rund 148.000 Menschen, die sich an der Wahl beteiligt haben (21.000 davon aus Bayern), wurde am häufigsten für die Mehlschwalbe abgestimmt: Der Gebäudebrüter bekam 67.050 der Stimmen (45,2 Prozent). Auf dem zweiten Rang liegt der Trauerschnäpper mit 33.181 Wählerstimmen (22,3 Prozent), gefolgt vom Kolkraben mit 22.587 Stimmen (15,2 Prozent) und der Wasseramsel mit 16.074 Stimmen (10,8 Prozent). Den letzten Platz belegt der Kranich. Für ihn haben 9.614 Wahlteilnehmer (6,5 Prozent) abgestimmt.

Moderne Gebäude bieten keine Nistplätze

„Die Mehlschwalbe lebt seit Jahrhunderten ganz selbstverständlich mit uns Menschen unter einem Dach. Doch genau dort wird es für sie zunehmend schwierig: Nester werden unerlaubt entfernt und an modernen Gebäuden fehlen geeignete Nistplätze”, erklärt Franziska Back, Sprecherin des LBV. Gleichzeitig macht ihr der Rückgang der Fluginsekten zu schaffen. „Das Jahr der Mehlschwalbe wollen wir deshalb nutzen, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen und zu zeigen, wie wir ihr direkt vor unserer eigenen Haustür helfen können.”

Der Vogel wurde in Abwesenheit gekürt

Der neue Jahresvogel wurde in Abwesenheit gekürt – er überwintert derzeit tausende Kilometer weit weg – in Afrika, südlich der Sahara. Erst Anfang April kommen die Mehlschwalben zurück zu uns, um zu brüten. Auch wenn nach dem bekannten Sprichwort eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, gelten die Tiere als Vorboten der warmen Jahreszeit.
Die Mehlschwalbe war mit dem Slogan „Auf gute Nachbarschaft” ins Rennen um den Titel „Vogel des Jahres 2027” gegangen. Denn als Gebäudebrüter lebt sie in unmittelbarer Nähe zum Menschen. Mehlschwalben sind etwa 14 Zentimeter groß und haben einen kurzen, leicht gegabelten Schwanz. Oberseite und Flügel sind schwarz, wobei Kopf und Rücken metallisch blau glänzen. Unterseite und Bürzel leuchten weiß wie Mehl – daher stammt auch ihr Name. Mehlschwalben sind gesellig: Sie brüten in Kolonien und sind auch außerhalb der Brutzeit in großen Schwärmen anzutreffen. Sie bauen runde, nahezu geschlossene Lehmnester an Gebäuden unter Dach- oder Fassadenvorsprüngen und an Felswänden in Nischen. Ein solches Nest besteht aus bis zu 1.500 Lehmkügelchen, die die Schwalben in Pfützen sammeln. Insekten fangen sie im Flug, oft in großer Höhe.

Steht auf der Roten Liste

Mehlschwalben stehen deutschlandweit und in Bayern als gefährdete Art auf der Roten Liste. „Helfen kann man dem neuen Jahresvogel, indem man seine Nester am Haus duldet”, rät Franziska Back. „Wer Mehlschwalben willkommen heißt, kann vom LBV die Plakette ›Schwalbenfreundliches Haus‹ erhalten.” Lehmpfützen in Hof oder Garten bieten den Vögeln Baumaterial, ein insektenfreundlicher Garten lockt Nahrung für die Sommerboten an.

Rebhuhn amtiert noch

Die Mehlschwalbe folgt auf das Rebhuhn, das heuer den Titel trägt. Der „Vogel des Jahres” wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.

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