Wohnraum für Piepmätze: Nistkästen jetzt anbringen

Wenn man die Nistkästen bereits jetzt aufhängt, haben die Vögel Zeit, sich mit ihnen vertraut zu machen. Im Bild eine Blaumeise mit Eigenheim.  (Foto: Andreas von Lindeiner, LBV-Bildarchiv)
Wenn man die Nistkästen bereits jetzt aufhängt, haben die Vögel Zeit, sich mit ihnen vertraut zu machen. Im Bild eine Blaumeise mit Eigenheim. (Foto: Andreas von Lindeiner, LBV-Bildarchiv)
Wenn man die Nistkästen bereits jetzt aufhängt, haben die Vögel Zeit, sich mit ihnen vertraut zu machen. Im Bild eine Blaumeise mit Eigenheim. (Foto: Andreas von Lindeiner, LBV-Bildarchiv)
Wenn man die Nistkästen bereits jetzt aufhängt, haben die Vögel Zeit, sich mit ihnen vertraut zu machen. Im Bild eine Blaumeise mit Eigenheim. (Foto: Andreas von Lindeiner, LBV-Bildarchiv)
Wenn man die Nistkästen bereits jetzt aufhängt, haben die Vögel Zeit, sich mit ihnen vertraut zu machen. Im Bild eine Blaumeise mit Eigenheim. (Foto: Andreas von Lindeiner, LBV-Bildarchiv)

Die Wohnungsnot in München ist nicht nur bei den Menschen groß. Auch Gartenvögel tun sich schwer, ein geeignetes Zuhause für die Familie zu finden. Da natürliche Nistgelegenheiten in Baumhöhlen oder Gebäudenischen rar sind, kann man Kohlmeise und Co. mit geeigneten Nistkästen unter die Flügel greifen. Isabel Rohde vom bayerischen Vogel- und Naturschutzbund LBV erklärt, worauf man bei der Auswahl und beim Anbringen der Kästen achten sollte, damit die gefiederten Gäste auch tatsächlich einziehen.

Jetzt anbringen: im Winter wird darin geschlafen

Besonders Kohl-, Blau- und Tannenmeisen ziehen gerne in Nistkästen an Bäumen, Haus- oder Schuppenwänden ein. Aber auch Kleiber, Baumläufer oder Hausrotschwänze begeistern sich für Wohnungen, die nette Menschen für sie anbringen und regelmäßig reinigen. „Zwischen Herbst bis in den späten Winter hinein ist die beste Zeit, um neue Kästen aufzuhängen”, weiß LBV-Expertin Isabel Rohde. „Dann können die Vögel ihre zukünftiges Familiendomizil schon mal inspizieren und während den kalten Jahreszeiten als Schlaf- und Schutzraum nutzen.”

Manche Vögel sind Freibrüter

Wer einen Nistkasten aufhängen möchte, sollte ein paar Dinge beachten, damit die Vögel ihren Nachwuchs ab kommendem Frühjahr sicher und geschützt aufziehen können. „Am besten beobachtet man den Garten und die Umgebung eine Weile, um festzustellen, welche Arten dort überhaupt vorkommen”, sagt Isabel Rohde. Nicht alle Vögel nutzen Nistkästen. Amseln und Singdrosseln, Mönchsgrasmücken oder Finken wie Stieglitze, Buch- oder Grünfinken gehören zu den sogenannten Freibrütern. Sie bauen ihre Nester offen in Bäumen, Hecken oder direkt am Boden. „Meisenarten und Kleiber hingegen gehen in Vollhöhlenkästen mit Einflugloch, Arten wie Rotkehlchen oder Hausrotschwänzebe vorzugen Halbhöhlenkästen mit einer großen offenen Nische an der Vorderseite.” Der LBV empfiehlt grundsätzlich Kästen aus Holzbeton, die langlebiger sind als reine Holzkästen und von neugierigen Spechten nicht aufgepickt werden können.

Einflugloch vor Wind und Regen schützen

Besonders wichtig ist die Wahl des richtigen Standortes, an dem der Kasten – möglichst gerade – aufgehängt wird. „Die Einflugseite sollte regen- und windgeschützt in Richtung Osten oder Südosten ausgerichtet sein. Vollhöhlenkästen hängen am besten in einer Höhe von drei Metern aufwärts, Halbhöhlenkästen je nach Vogelart etwas tiefer. Der Nistplatz sollte für Katzen, Marder und andere Fressfeinde unzugänglich sein, also mit wenigen Ästen in unmittelbarer Nähe des Kastens. Oder man wählt ein Modell mit integrierter Schutzvorrichtung.”

Abstand halten wegen der Konkurrenz

Auch der Abstand von Kasten zu Kasten spielt eine Rolle. „Meisenkästen sollten mindestens 10 Meter weit auseinander hängen, sonst würden die Vogeleltern unter enormen Konkurrenzdruck bei der Futtersuche geraten”, erklärt die Naturschützerin. „Beachtet man die richtige Wahl des Modells, des Standorts und der Aufhängung, tut man der Vogelwelt auf jeden Fall viel Gutes. Und auch Bilche wie Siebenschläfer und Fledermäuse besuchen Nistkästen zum Rasten oder Überwintern. Insgesamt also ein Gewinn für die Natur, der mit wenig Aufwand erreicht werden kann.”

Infoabend gratis besuchen

Wer mehr über Nistkästen und ihre Bewohner erfahren möchte, ist herzlich zum Infoabend „Nistkästen für alle Fälle” im LBV-Naturschutzzentrum, Klenzestraße 37, eingeladen. Am Dienstag, 22. September, von 18.00 bis 19.30 Uhr erfährt man dort mehr. Die Anmeldung erfolgt über www.lbv-muenchen.de (Rubrik „Veranstaltungen”). Die Teilnahme ist kostenfrei.

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