Veröffentlicht am 01.04.2026 21:52

Der „König von Giesing” ist heimgegangen

Herzenslöwe: Karsten Wettberg. (Foto: Anne Wild)
Herzenslöwe: Karsten Wettberg. (Foto: Anne Wild)
Herzenslöwe: Karsten Wettberg. (Foto: Anne Wild)
Herzenslöwe: Karsten Wettberg. (Foto: Anne Wild)
Herzenslöwe: Karsten Wettberg. (Foto: Anne Wild)

Karsten Wettberg, der „König von Giesing”, ist tot. Der ehemalige Trainer und Vizepräsident des TSV 1860 München verstarb im Alter von 84 Jahren. Wettberg war von Februar 1990 bis Juni 1992, nur 72 Spiele lang, Trainer des TSV 1860 München. In dieser Zeit wurde er zum „König von Giesing” und eroberte die Herzen der Fans im Sturm. In der Saison 1990/1991 gelang ihm mit dem Verein der Aufstieg aus der Bayernliga in die 2. Bundesliga. Von Februar 1990 bis Juni 1991 blieb er mit seiner Mannschaft 54 Pflichtspiele lang ungeschlagen. Diese Serie stellt bis heute einen Vereinsrekord bei den Münchner Löwen dar.

Wettbergs impulsiver Charakter sowie sein politisches und soziales Engagement für die Gewerkschaft, die Sozialdemokratie und caritative Organisationen – für das er 2006 mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet wurde – ließen ihn als den idealtypischen Vertreter der „kleinen Leute” mit Herz erscheinen. Er passte zum TSV 1860 München wie kein Zweiter. Mit 52 Titeln, darunter acht bayerische Meisterschaften, gilt er zudem als der erfolgreichste deutsche Amateurtrainer. Weitere Stationen in seiner Trainerlaufbahn waren unter anderem der FC Augsburg, der SSV Jahn Regensburg und die SpVgg Landshut.

Zwischen 2007 und 2008 war Wettberg ehrenamtlicher Vizepräsident des TSV 1860 München und danach noch kurzzeitig im Aufsichtsrat des Klubs engagiert. Von 2009 bis 2013 sichtete der Rastlose für die Giesinger noch dreieinhalb Jahre lang als ehrenamtlicher Scout Talente auf bayerischen Amateurfußballplätzen.

Eine Trauerfeier für den Verstorbenen findet am Freitag, 10. April 2026 um 19 Uhr in der Nazarethkirche in der Barbarossastraße 3 im Münchner Stadtbezirk Bogenhausen statt. Löwen-Pfarrer Rainer Maria Schießler wird die Gedenkmesse halten, bei der im würdigen Rahmen Abschied von Karsten Wettberg genommen werden soll. Auch im Stadion an der Grünwalder Straße gedenkt der TSV 1860 München seines ehemaligen Trainers. Vor dem Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim wird es zu Spielbeginn eine Schweigeminute geben. Die Löwen werden im Spiel mit Trauerflor auflaufen. Die Beisetzung von Karsten Wettberg findet am Dienstag, 7. April 2026 im Familienkreis statt. (as)

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