Lesung aus Klaus Manns Tagebüchern

Haidhausen · Literatur- und Zeitgeschichte

Klaus Mann. Foto: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek München

Klaus Mann. Foto: Monacensia Literaturarchiv und Bibliothek München

Haidhausen · Die Tagebücher, die Klaus Mann von 1931 bis zu seinem frühen Tod 1949 schrieb, sind einzigartige authentische Dokumente. Wie keine andere Quelle geben sie Auskunft über das rastlose und nicht selten komplizierte Leben des ältesten Sohnes von Thomas Mann. In ihnen notierte er offen und rücksichtslos seine Erfahrungen und Gefühle, seine Sehnsüchte und Abgründe.

Auch die unmittelbaren Eindrücke über Begegnungen mit häufig berühmten und prominenten Menschen, über Bücher und über die kulturellen und politischen Ereignisse machen die Tagebücher zu einem unerlässlichen Dokument über die Literatur- und Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts. Daraus liest Gert Heidenreich am Donnerstag, 16. Februar, 20 Uhr, in der Monacensia, Maria-Theresia-Straße 23.

Die 21 Tagebücher sind Teil des literarischen Nachlasses von Klaus Mann, der sich seit 1972 im Literaturarchiv der Stadt München befindet. Durch einen Sperrvermerk war ihre Existenz der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Auch für die Forschung waren sie unzugänglich. Eine auszugsweise Publikation erschien erstmals 1989. Im Zuge der Ausstellung »Die Kinder der Manns« wurde nun von der Familie die Freigabe der Tagebücher für wissenschaftliche und publizistische Zwecke bekannt gegeben. Die Archive von Klaus und Erika Mann, wie auch der literarische Nachlass von Elisabeth Mann Borgese und ein Konvolut von Monika Mann befinden sich im Literaturarchiv der Monacensia.

Prof. Dr. Wilfried Schoeller, der die Tagebücher 1989 heraus gegeben hat, gibt an diesem Abend einen Überblick über die Tagebücher und erläutert, was in der bisher vorliegenden Edition fehlt. Und er legt eine Spur zu den aufgegebenen Projekten Klaus Manns, seinen verworfenen und gescheiterten Vorhaben – eine Werkgeschichte der Falsifikationen, wie sie im Tagebuch aufscheint.

Der Eintritt beträgt 7 Euro, Karten ab 19.30 Uhr an der Abendkasse.

Artikel vom 08.02.2006
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