Unter dem Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus” stehen heuer die Internationalen Wochen gegen Rassismus in München. Sie wollen ein deutliches Zeichen für eine demokratische und solidarische Stadtgesellschaft setzen. Ihr Angebot umfasst über 160 Veranstaltungen verschiedenster Art: Es erstreckt sich von Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Workshops über Lesungen, Partys und Konzerte bis hin zu Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Der Eintritt zu den meisten Veranstaltungen ist frei.
Die Stadt möchte sich mit dieser Reihe für Demokratie und die unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen einsetzen. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus im München „zeigen, wie viele Menschen und Einrichtungen in München sich dafür stark machen und rassistischen sowie rechtsextremen Ideologien entgegentreten”, schreibt die Pressestelle der Stadtverwaltung. Mit dem Themenschwerpunkt „Rassismus der extremen Rechten und seine Resonanz in der Mitte der Gesellschaft” nimmt das diesjährige Programm rechtsextreme und rassistisches Narrative sowie deren Wirkung in der Mitte der Gesellschaft in den Blick. Dr. Miriam Heigl, die Leiterin der Fachstelle für Demokratie, erklärt: „Rechtsextreme und rassistische Erzählungen finden sich längst auch in der Mitte der Gesellschaft. Mit dem diesjährigen Schwerpunkt sollen diese Narrative benannt, eingeordnet und gemeinsam Strategien entwickelt werden, wie ihnen im Alltag, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Diskurs widersprochen werden kann.”
In der Altstadt, im Lehel, in der Maxvorstadt und in Schwabing wird eine Reihe unterschiedlicher Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus angeboten:
Beispielsweise lädt das Bayerische Nationalmuseum, Prinzregentenstraße 3 (Lehel), für Sonntag, 22. März, 11 Uhr, zur Führung „Black Lives Matter” ein. Die internationale Bewegung „Black Lives Matter” (Auch das Leben von Schwarzen zählt) ist spätestens seit 2020 auch in Deutschland angekommen. In zahlreichen Kunstwerken im Bayerischen Nationalmuseum sind Angehörige anderer Ethnien und anderer Hautfarbe zu sehen, manchmal geknechtet, manchmal stolz. Die Führung lädt ein, Fragen zu stellen, Hintergründe zu verstehen und den Umgang mit solchen Werken zu diskutieren. Zum Sonntagseintrittspreis von einem Euro kann man an der Führung teilnehmen.
Am selben Sonntag gibt es im Museum Fünf Kontinente, Maximilianstraße 42 (Lehel) einen englischsprachigen Workshop mit dem Titel „Der Buddha trägt Prada”. „Happy Buddha” ist eine Installation der thailändischen Künstlerin Eda Phanlert Sriprom. Bekannt für ihre skulpturalen Textilien, konfrontiert sie normative Konstrukte mit unkonventionellen Materialien, insbesondere ausrangierten buddhistischen Mönchstextilien. Das drei Meter hohe Werk spiegelt die persönliche Reise der Künstlerin wider, die von Transgender-Erfahrungen und einer buddhistischen Erziehung geprägt ist. Die Installation regt zu einer direkten Auseinandersetzung an. Die tiefgreifende Koexistenz von zeitgenössischer Kunst und alternativem Buddhismus wird durch die Textiltapeten untermauert: „I met the Buddha and she is beautiful” hinterfragt Geschlechterrollen innerhalb von Traditionen und feiert die vielfältige Fülle von Identitäten. Für die Teilnahme am Workshop ist eine Anmeldung per E-Mail an die Adresse kunstvermittlung@mfk-weltoffen.de erforderlich. Die Gebühr ist im Eintritt zur Dauerausstellung des Museums enthalten; dieser beträgt am Sonntag für Erwachsene einen Euro.
Im Neuen Rottmann-Kino, Rottmannstraße 15 (Maxvorstadt) gibt es am Dienstag, 24. März, um 20 Uhr, in der Reihe „Aus der Fremde – in die Fremde?” einen Film- und Gesprächsabend. Es geht um Chancengerechtigkeit und gegen Diskriminierung und Rassismus. Zu sehen ist „The Old Oak”. Im Anschluss an die Vorführung ist Gelegenheit, an einer Diskussion teilzunehmen. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Der Film dauert 113 Minuten. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten. Als Gast ist Levent Askar vom Verein „Migration macht Gesellschaft” vor Ort.
Zum Film: Das „Old Oak” ist die letzte Bastion gegen den seit 30 Jahren fortschreitenden Verfall eines einst florierenden Grubendorfs im Nordosten Englands und Sammelpunkt der ehemaligen Minenarbeiter. Der Wirt kann den Pub gerade so am Laufen, sich selbst dabei aber kaum über Wasser halten. Nicht einfacher wird die Lage durch die kritisch beäugte Ankunft syrischer Flüchtlinge. Trotz der vielen Anfeindungen entwickelt sich zwischen der jungen Syrerin Yara und dem Kneipenbesitzer eine Art Freundschaft und gemeinsam versuchen sie, das „Old Oak” als Treffpunkt für beide Gemeinschaften zu etablieren.
Die Stadtbibliothek Maxvorstadt, Augustenstraße 92, lädt für Mittwoch, 25. März, 16 Uhr, Eltern mit Kindern ab drei Jahren zum Bilderbuchkino ein. Erzählt wird eine einfühlsame Mutmach-Geschichte. Es geht um einen Ausschluss vom Kindergeburtstag. Denn Kater Emil ist nicht zu Ente Fridas Feier eingeladen. Frida behauptet, er könne bei Entenspielen wie Watscheln, Fliegen und Schwimmen nicht mithalten. Doch Emil lässt sich nicht unterkriegen...
Eine Lesung für Erwachsene gibt es am Donnerstag, 26. März, im Habibi Kiosk, Maximilianstraße 26–28. Sie trägt den Titel „In einem neuen Land. Eine Deutsche Reportage” und beginnt um 19 Uhr. Der Journalist August Modersohn hat sich auf einen Reise durch die Bundesrepublik begeben. Dabei besucht er Gegenden, die sich seit Helmut Kohls Zeiten besonders verändert haben, und solche, die völlig unberührt (und ungerührt) von der Transformation geblieben sind. Als Reporter ohne vorgefasstes Bild erkundete er dieses neue Land und berichtet uns darüber.
Den Workshop „Wer wohnt hier und warum” können Jugendliche am Freitag, 27. März, um 15 Uhr in der Fallmerayerstraße 2 (Schwabing) besuchen. Es geht um Vorurteile. Der Fokus liegt darauf, wie unbewusst diskriminierende oder auch rassistische Einstellungen entstehen können. Mithilfe interaktiver Methoden werden diese Denkmuster sichtbar gemacht und zu hinterfragt.
Am Geschwister-Scholl-Platz 1 (Maxvorstadt) wird am Samstag, 28. März, um 10 Uhr, unter dem Titel „Jedes Volk, jeder Einzelne hat ein Recht auf die Güter der Welt“ zu einem Rundgang durch die DenkStätte Weiße Rose am Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität eingeladen. Der zitierte Satz stammt aus dem fünften Flugblatt der Widerstandsgruppe, die sich dezidiert gegen nationalsozialistische Narrative der Ausgrenzung stellte. Er wird bei der Führung auch auf die heutige Zeit bezogen. Anmeldungen zur Teilnahme werden per E-Mail an die Adresse fuehrungen@weisse-rose-stiftung.de entgegengenommen. Veranstalter ist die Weiße Rose Stiftung.