Wie das Dorf wuchs: Der Geschichtsverein Moosach schlägt Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Der Geschichtsverein Moosach (GSLM) schlägt die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Hier der erweiterte Vorstand: Rosina Löffler, (Öffentlichkeitsarbeit), Vereinsvorsitzende Johanna Salzhuber, Archivarin Dorit Stauber, die stellvertretende Vorsitzende Veronika Linden, Horst Rückert (Schriftführer und Vorträge) und Kassier Peter Seebald.  (Foto: mha)
Der Geschichtsverein Moosach (GSLM) schlägt die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Hier der erweiterte Vorstand: Rosina Löffler, (Öffentlichkeitsarbeit), Vereinsvorsitzende Johanna Salzhuber, Archivarin Dorit Stauber, die stellvertretende Vorsitzende Veronika Linden, Horst Rückert (Schriftführer und Vorträge) und Kassier Peter Seebald. (Foto: mha)
Der Geschichtsverein Moosach (GSLM) schlägt die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Hier der erweiterte Vorstand: Rosina Löffler, (Öffentlichkeitsarbeit), Vereinsvorsitzende Johanna Salzhuber, Archivarin Dorit Stauber, die stellvertretende Vorsitzende Veronika Linden, Horst Rückert (Schriftführer und Vorträge) und Kassier Peter Seebald. (Foto: mha)
Der Geschichtsverein Moosach (GSLM) schlägt die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Hier der erweiterte Vorstand: Rosina Löffler, (Öffentlichkeitsarbeit), Vereinsvorsitzende Johanna Salzhuber, Archivarin Dorit Stauber, die stellvertretende Vorsitzende Veronika Linden, Horst Rückert (Schriftführer und Vorträge) und Kassier Peter Seebald. (Foto: mha)
Der Geschichtsverein Moosach (GSLM) schlägt die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Hier der erweiterte Vorstand: Rosina Löffler, (Öffentlichkeitsarbeit), Vereinsvorsitzende Johanna Salzhuber, Archivarin Dorit Stauber, die stellvertretende Vorsitzende Veronika Linden, Horst Rückert (Schriftführer und Vorträge) und Kassier Peter Seebald. (Foto: mha)

Der heutige „Stadtbezirk 10” war ursprünglich geprägt von Landwirtschaft und Gärtnereien. 40 von letzteren gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch, im Laufe der Zeit wurden sie, ebenso wie die Bauernhöfe immer weniger. So entstand Platz für Wohnbebauung und Gewerbe. Aus dem Dorf wurde ein Stadtteil, der mit seinen 56.000 Einwohnern größer ist als eine Stadt wie beispielsweise Freising oder Dachau. Seine Geschichte erforscht der Geschichtsverein Moosach. Er erwuchs aus der Geschichtssammlung von Volker D. Laturell und Georg Mooseder, zweier Heimatforscher und Begründer der Geschichtsforschung über den Stadtteil. Ihr vor über 40 Jahren begonnenes Werk bildet den Wissensgrundstock des Vereins, denn die beiden Moosacher sammelten im Rahmen ihrer Forschungen eine große Zahl von Bildern, Dokumenten und historischen Artikeln, auf die immer wieder zurückgegriffen wird.

122 Mitglieder zählt der 2009 gegründete Verein heute, circa 15 davon sind Aktive, die in Arbeitsgremien selbständig tätig sind – alle ehrenamtlich. Im zweiten Obergeschoss der Münchner Volkshochschule (MVHS), Baubergerstraße 6a, sind die Vereinsräume beheimatet. Wer sich für Themen der Heimatgeschichte interessiert, kann dienstags von 10 bis 12 oder donnerstags von 18 bis 20 Uhr vorbeikommen. Dann ist Gelegenheit, die Bibliothek zu nutzen und Einblick in das umfassende Material zu nehmen, das Volker Laturell und Georg Mooseder hinterlassen haben.

Veranstaltungen für jedermann

Mit Vorträgen, Filmen und Führungen zu verschiedenen Themen tritt der Verein in die Öffentlichkeit. Am Donnerstag, 16. April, ist in der MVHS-Reihe „Montags in Moosach” der Dokumentarfilm „Volker D. Laturell: 20 Jahre Volkskulturpfleger der Stadt München” zu sehen. In 43 Minuten wird nicht nur dessen Tätigkeit für die Erforschung der Stadtteilgeschichte vorgestellt, sondern auch seine weiteren Interessen wie das Jugendtheater, Trachten und die Volksmusik. Volker Laturell erzählt im Film selbst seine Lebensgeschichte, in der sich die Entwicklungen der Nachkriegszeit widerspiegeln. Der Film ist kostenfrei zu sehen; Ort der Veranstaltung ist die Baubergerstraße 6a; Beginn um 19 Uhr. Die Anmeldung erfolgt unter Angabe der Kursnummer W122820 unter www.mvhs.de oder unter der Telefonnummer 089 48006-6868.

Neben den Räumen im MVHS-Gebäude führt der Geschichtsverein auch im Kultur- und Bürgerhaus Pelkovenschlössl, Moosacher St.-Martins-Platz, Veranstaltungen durch. Dort gibt es am Montag, 4. Mai, um 19 Uhr einen Vortrag mit dem Titel „Street Art – Kunst oder Vandalismus? Eine Spurensuche” zu besuchen. Street Art nennt man Kunstwerke im öffentlichen Raum. Ab den 1980er Jahren verbreiteten sie sich auch in Deutschland und München zählt mittlerweile zu ihrer Hauptstadt. Rosina Löffler und Gudrun Schöfer erzählen von den Anfängen und gehen vor allem in Moosach auf die Suche nach Beispielen. Der Vortrag kann kostenlos und ohne Anmeldung besucht werden.

Über alle weiteren Veranstaltungen erhält man über die E-Mail-Adresse geschichtsverein-moosach@web.de Informationen. Diese sind auch auf der Website des Vereins unter www.geschichtsverein-moosach.de oder im Veranstaltungsblatt zu finden. Das aktuelle Veranstaltungsblatt liegt in verschiedenen Moosacher Geschäften, in der MVHS und im Pelkovenschlössl aus. Auch im Schaukasten vor der MVHS werden die Veranstaltungen angekündigt und aktuelle Publikationen vorgestellt.

Infos gesucht: Fotos und Schriftstücke werden digitalisiert

„Wir freuen uns immer wieder, dass Interesse da ist, manchmal überraschend viel”, sagt Rosina Löffler, die beim Verein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Bei einem Vortrag über die Mondscheinsiedlung (Trinklsiedlung. Der Moosacher Anzeiger berichtete unter www.wochenanzeiger.de/die-mondscheinsiedlung-vortrag-mit-film-in-der-mvhs-moosach/cnt-id-ps-d93a6d54-08f4-4df4-bff2-928562f2e647) beispielsweise war der Andrang so groß, dass für den Herbst ein Wiederholungstermin angesetzt ist. „Wir freuen uns auch, wenn Leute zu uns kommen und Fotos und Unterlagen vorbeibringen”, sagt die Vereinsvorsitzende Johanna Salzhuber. Denn der Geschichtsverein sucht Bilder, Dokumente und Schriftstücke zur Stadtteilgeschichte. Wer hier etwas anzubieten hat, beispielsweise aus einem Nachlass, kann es vorbeibringen. Die Unterlagen werden vom Verein digitalisiert und man bekommt die Originale wieder mit nach Hause. Außerhalb der Öffnungszeiten kann der große Briefkasten bei der MVHS genutzt werden. „Einzugsgebiet” des Vereins ist neben Moosach selbst auch die Olympia-Pressestadt, die Borstei, Nederling und Hartmannshofen, denn diese gehören ebenfalls zu Moosach als Stadtbezirk. Kontakt kann per E-Mail an die Adresse geschichtsverein-moosach@web.de aufgenommen werden.

Ein wichtiger Teil innerhalb des Veranstaltungsprogrammes ist „Moosacher Senioren erzählen”. Hier werden in Filmform die Lebenserinnerungen verschiedener Moosacher Bürger gezeigt. Dazu hat der Verein Zeitzeugengespräche aufgenommen; insgesamt gibt es 14 davon. Doch die Vergangenheit ist nur ein Aspekt, mit dem sich der Verein beschäftigt. Mit Themen wie Street Art stellt er den Bezug zur Gegenwart her. Bei Besuchen in Schulen wird die Entwicklung des Stadtteils geschichtlich aufgezeigt.

Zum Schluss ein Ausblick: Themen, die den Geschichtsverein zurzeit beschäftigen sind: Moosach in der NS-Zeit, die Geschichte von Ludwig Köck, der Anfang des 20.Jahrhunderts von Bayern zu Fuß bis in den Orient gewandert ist, und Wohnen im Stadtteil. In Vorbereitung ist ein Vortrag über die Moosacher Gärtnereien.

north