Veröffentlicht am 01.10.2026 15:34

Wem gehört die Wildnis?

Biber bauen Dämme: Wildtiere halten sich nicht an Grundstücksgrenzen, Straßen oder wirtschaftliche Nutzungspläne.  (Foto: Jacek Koppe)
Biber bauen Dämme: Wildtiere halten sich nicht an Grundstücksgrenzen, Straßen oder wirtschaftliche Nutzungspläne. (Foto: Jacek Koppe)
Biber bauen Dämme: Wildtiere halten sich nicht an Grundstücksgrenzen, Straßen oder wirtschaftliche Nutzungspläne. (Foto: Jacek Koppe)
Biber bauen Dämme: Wildtiere halten sich nicht an Grundstücksgrenzen, Straßen oder wirtschaftliche Nutzungspläne. (Foto: Jacek Koppe)
Biber bauen Dämme: Wildtiere halten sich nicht an Grundstücksgrenzen, Straßen oder wirtschaftliche Nutzungspläne. (Foto: Jacek Koppe)

Wolf und Luchs waren hierzulande über lange Zeit nahezu verschwunden. Heute leben beide wieder in Bayern, selbst Elche wandern gelegentlich über die Grenzen ein. Dass ehemals ausgerottete oder stark zurückgedrängte Arten in ihre früheren Lebensräume zurückkehren, ist ein Erfolg des Artenschutzes. Doch die Freude darüber hält oft nur so lange an, bis Wildtiere menschlichen Interessen in die Quere kommen.

Schutzmaßnahmen werden gefördert

Besonders deutlich zeigt sich das beim Wolf. Kaum werden Tiere sesshaft oder Nutztiere gerissen, werden Forderungen nach Abschüssen laut. Dabei ist der Wolf streng geschützt, und für wirtschaftliche Schäden an Nutztieren gibt es in Bayern staatliche Ausgleichszahlungen. Gleichzeitig können Übergriffe durch geeignete Präventionsmaßnahmen reduziert werden. Dazu gehören etwa wolfsabweisende Zäune, Nachtpferche oder eine aktive Behirtung. Entsprechende Schutzmaßnahmen werden staatlich gefördert.
Doch die eigentliche Frage reicht weit über den Wolf hinaus. Biber bauen Dämme, Luchse brauchen große Reviere, Elche wandern über Ländergrenzen hinweg. Wildtiere halten sich nicht an Grundstücksgrenzen, Straßen oder wirtschaftliche Nutzungspläne. Was man als „Konflikt“ bezeichnet, entsteht deshalb häufig dort, wo ihre natürlichen Bedürfnisse auf eine Landschaft treffen, die der Mensch fast vollständig für sich beansprucht.
Es ergibt keinen Sinn, eine Tierart erst mühsam zu schützen und ihre Rückkehr anschließend zum Problem zu erklären. Wer biologische Vielfalt erhalten möchte, muss Wildtieren auch den Raum zugestehen, den sie zum Leben brauchen. Dazu gehören zusammenhängende Lebensräume ebenso wie die Bereitschaft, menschliche Nutzung anzupassen und Konflikte zunächst mit nicht-tödlichen Maßnahmen zu lösen.
Denn Koexistenz bedeutet nicht, dass Wildtiere nur dort existieren dürfen, wo sie niemanden stören. Die Natur ist kein ausschließlich menschlicher Lebensraum – und der Mensch ist nicht ihr einziger Bewohner.

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