Am Sonntag, 4. Oktober, ist Welttierschutztag. Ein Tag, der daran erinnern soll, dass Tiere auf unseren Schutz angewiesen sind – und für den Tierschutzverein München Anlass, auf ein Problem aufmerksam zu machen, das sich seit Jahren verschärft: das Leid der Straßenkatzen.
Millionen von ihnen leben Schätzungen zufolge in Deutschland. Viele sind krank, verletzt oder unterernährt, zahlreiche Jungtiere überleben ihre ersten Lebensmonate nicht. Damit sich daran endlich etwas ändert, hat sich der Tierschutzverein München einem bundesweiten Brandbrief an die Bundesregierung angeschlossen. Gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund, allen Landestierschutzverbänden und insgesamt 775 Tierschutzvereinen fordert er eine bundesweite Kastrationspflicht für Katzen mit unkontrolliertem Freilauf. Denn das Leid der Straßenkatzen beginnt häufig im Privathaushalt.
Unkastrierte Freigängerkatzen können sich draußen mit Straßenkatzen paaren und so für immer neuen Nachwuchs sorgen. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes leben derzeit schätzungsweise 1,59 Millionen unkastrierte Katzen in deutschen Haushalten. Die Folgen bekommen auch die Tierschutzvereine zu spüren. Sie sichern verwilderte Katzen, lassen sie kastrieren, versorgen kranke Tiere und ziehen mutterlose oder geschwächte Kitten auf. Doch diese Arbeit kostet Geld, Zeit und Personal – Ressourcen, die in vielen Tierheimen ohnehin knapp sind. Zwar gibt es inzwischen in zahlreichen Städten und Gemeinden Katzenschutz- oder Kastrationsverordnungen, doch ein flächendeckender Schutz besteht nicht. Aus Sicht der Tierschutzvereine reicht dieser Flickenteppich nicht aus, um die unkontrollierte Vermehrung dauerhaft einzudämmen. Mit ihrem Brandbrief fordern sie deshalb die Bundesregierung auf, eine bundesweite Kastrationspflicht für Katzen mit unkontrolliertem Freilauf im Tierschutzgesetz zu verankern. Denn jede verhinderte unkontrollierte Vermehrung bedeutet weniger Katzen, die später krank, hungrig und ohne menschliche Fürsorge auf der Straße leben müssen.
Der Welttierschutztag erinnert daran, dass Mitgefühl allein nicht genügt: Nachhaltiger Tierschutz braucht auch die richtigen gesetzlichen Rahmenbedingungen.