An der neugotischen St.-Anna-Kirche findet donnerstags der Bauernmarkt statt, man trifft sich, sitzt in der St.-Anna-Straße zur Sommerzeit auf einem Bänkchen und genießt den Schatten der schönen Bäume, die sie säumen. Bald wird auch die gesamte Straße ein kleines Paradies für alle werden, die gerne zu Fuß unterwegs sind und Zeit zum Bummeln und Schlendern haben: Eine Fußgängerzone (Fuzo) im malerischen St.-Anna-Viertel – dieser Traum wird schon heuer zur Wirklichkeit: Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel nämlich hat sich fast einstimmig für eine Fuzo an der St.-Anna-Straße ausgesprochen. Nun kann das Umwidmungsverfahren durch das Mobilitätsreferat in die Wege geleitet und zwischen Liebigstraße und der Kreuzung Bürkleinstraße/ Gewürzmühlstraße die Fußgängerzone eingerichtet werden. Eine bauliche Umgestaltung ist dabei zunächst nicht vorgesehen, jedoch wird die Fußgängerzone beschildert und mit Stadtmobiliar an geeigneten Stellen aufgewertet.
„Den Verkehr aus der St.-Anna-Straße rauszunehmen und hier eine Straße für Menschen zu schaffen, ist schon lange ein expliziter Wunsch im Viertel. Das zeigt die breite Mehrheit im Bezirksausschuss nun deutlich. Mit nur einer Gegenstimme hat das Gremium für eine Verkehrsberuhigung gestimmt. Aber die Unterstützung ist noch breiter: Die anliegenden Kirchen, Schulen, das Altenheim, Gewerbetreibende und viele Bürger*innen im Lehel hoffen ebenfalls, dass hier an der St.-Anna-Straße eine positive Veränderung geschieht. Ich bin sicher, das kann richtig gut werden”, sagt Sophie Langmeier, Stadträtin aus dem Lehel. Die Bevölkerung des Mittleren Lehels hat nämlich Ideen zur neuen Fußgängerzone eingebracht. „So sieht gelebte Bürger*innenbeteiligung aus und so wird lokale Politik lebendig und greifbar.”, resümiert die BA-Vorsitzende Andrea Stadler-Bachmaier.
Auch Gudrun Lux, die mobilitätspolitische Sprecherin Die Grünen/Rosa Liste/Volt freut sich: „Hier können wir einen echten Quartiersplatz schaffen mit Bänken zum Rasten und Ratschen, ein kleines Viertelzentrum, in dem sich die Menschen aus dem Lehel treffen können. Die neue Fußgängerzone wird ein Beitrag dazu, dass Wege sicherer und Quartiere lebendiger sind – und Vorbild auch für andere Münchner Viertel.”
Philippe Louis, der Vorsitzende des Unterausschusses Mobilität und öffentlicher Raum, spricht noch einen weiteren Punkt an: „eine bauliche Umgestaltung mit Angleichung der unterschiedlichen Höhen und eine Herstellung der Barrierefreiheit ist wichtig und muss umgesetzt werden, sobald die Stadt dafür wieder die finanziellen Möglichkeiten hat. Davor benötigen wir noch kleinere Maßnahmen wie das Abschleifen und Einfassens des historischen Kopfsteinpflasters um gute Bedingungen vor allem für den Radverkehr, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und Kinderwägen zu schaffen.” Und er hofft: „Wenn mit Umsetzung von ein paar kleinen Stellschrauben dafür gesorgt wird, dass alle, egal ob Anwohner, Händler, Schüler oder Passant sich sicher und voller Freude in der St.-Anna-Straße bewegen können, dann kann die Fußgängerzone nur ein voller Erfolg werden.”
Der Bezirksausschuss hat außerdem beschlossen, mit der Einweihung der Fußgängerzone ein Bürgerfest zu gestalten und dieses aus dem Budget des Bezirksausschusses zu finanzieren. So kann die Einrichtung der Fußgängerzone ausgiebig gefeiert werden.