Veröffentlicht am 29.10.2026 11:11

Neues Bürogebäude Monaco setzt Prinzipien der Kreislaufwirtschaft um

Der Rohbau des Monaco (Mitte mit Kran) steht. Anfang Oktober 2027 soll das Bürogebäude bezugsfertig sein. (Foto: bas)
Der Rohbau des Monaco (Mitte mit Kran) steht. Anfang Oktober 2027 soll das Bürogebäude bezugsfertig sein. (Foto: bas)
Der Rohbau des Monaco (Mitte mit Kran) steht. Anfang Oktober 2027 soll das Bürogebäude bezugsfertig sein. (Foto: bas)
Der Rohbau des Monaco (Mitte mit Kran) steht. Anfang Oktober 2027 soll das Bürogebäude bezugsfertig sein. (Foto: bas)
Der Rohbau des Monaco (Mitte mit Kran) steht. Anfang Oktober 2027 soll das Bürogebäude bezugsfertig sein. (Foto: bas)

Mit seiner Geschichte als ehemaligem Industrieareal und seiner heutigen Mischung aus Kultur, Gastronomie, Büros und perspektivisch auch Wohnraum nimmt das Werksviertel am Ostbahnhof eine Sonderstellung in München ein. Da passt es, dass hier ein innovatives Bürogebäude entsteht: Mit dem „Monaco” will der Grünwalder Projektentwickler Rock Capital Group die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft konsequent auf industriellem Niveau umsetzen. Konkret heißt das: die Fassaden des Neubaus bestehen aus recycelten Materialien.

Die Baustelle ist eine große Herausforderung, denn der Platz ist knapp. Die Baustellencontainer müssen gestapelt werden, die Baustellenfahrzeuge sich bei der Zufahrt mit Lieferanten, Paketdiensten oder der Müllabfuhr bestmöglich arrangieren. Doch es scheint zu funktionieren: Eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich ist nun der sechsgeschossige Rohbau des Monaco fertig. Seinen Namen verdankt das Projekt übrigens seiner Lage in der Helmut-Dietl-Straße - denn die wohl berühmteste Figur des Münchner Regisseurs und Drehbuchautors Helmut Dietl ist der von Helmut Fischer verkörperte „Monaco Franze“ oder schlicht „Monaco”.

„Zirkuläres Bauen in neuer Dimension”

Das vom weltweit tätigen niederländischen Architekturbüro MVRDV erdachte Konzept des Bauwerks ist einerseits nachhaltig und soll andererseits die Industriegeschichte des Werksviertels aufgreifen. „Mit dem Neubau führen wir das Thema zirkuläres Bauen in eine neue, erlebbare Dimension. Aus rund 12.000 vollständig recycelten Kunststoffschindeln und rund 60.000 historischen Klinkern aus industriellem Abbruch gestalten und montieren wir eine Couture-Fassade“, sagt Andreas Wißmeier, Geschäftsführer der Rock Capital Group.

Jede der in verschiedenen Farben schimmernden Schindeln besteht aus alten Fensterrahmen, Dachrinnen, Fallrohren und sonstigen PVC-Abfallstoffen von Baustellen. Die Schindeln lassen sich bis zu achtmal recyceln und werden zum ersten Mal in Deutschland für die Fassade eines Neubaus verwendet. Die Klinker, eine besondere Art von Ziegelsteinen, stammen aus abgerissenen Gebäuden in der ganzen Bundesrepublik, unter anderem aus Hamburg oder Bielefeld. Einige sind über 100 Jahre alt. Im Bezirk Berg am Laim, früher ein bedeutendes Zentrum der Ziegelproduktion, finden sie jetzt eine neue Verwendung.

Zonen für kreativen Austausch

Nach der Fertigstellung des Rohbaus werden nun die Fassaden im nächsten Schritt angebracht. Anfang Oktober 2027 soll das Monaco bezugsfertig sein. Die rund 4.000 Quadratmeter Bürofläche auf sechs Etagen könnten an ein einziges Unternehmen vermietet werden, sind aber ebenso ab etwa 500 Quadratmetern teilbar. Der Bauherr möchte insbesondere Firmen als Mieter gewinnen, die durch „Mut, Disruption und Leidenschaft” erfolgreich sind. Neben den klassischen Arbeitsbereichen wird es Zonen geben, in denen Menschen zum konstruktiven Austausch zusammenkommen und sich kreativ austoben können. Terrassen, Dachflächen und ein Garten im Erdgeschoss sollen für das Wohlbefinden der Mitarbeiter sorgen. Von den Obergeschossen des Monaco hat man bei gutem Wetter einen Blick über ganz München, bis zu den Alpen.

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