Der Bürgermeister von Putzbrunn, Edwin Klostermeier, warb in der jüngsten Gemeinderatssitzung für den dritten Bauabschnitt der Umgehungsstraße von Putzbrunn.
Diese Straße soll vom Putzbrunner Kreisel parallel zur Autobahn bis zur Anschlussstelle Hohenbrunn führen und hierbei auch ein 65.000 Quadratmeter großes, neu ausgewiesenes Gewerbegebiet erschließen. Der Großteil dieser Fläche ist bereits der Firma Gore zugesagt, die hier ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilung ausbauen will. Eine gewerbliche Tätigkeit, die erstens wenig Verkehr verursacht und zweitens ist die Firma laut Klostermeier daran interessiert, auf dem »schnellsten Weg zur Autobahn zu gelangen«. Mit dem Ansinnen der Erschließung eines neuen Gewerbegebietes stieß er bei den Grasbrunner Ratsmitgliedern nicht nur auf Zustimmung.
Der geladene Verkehrsgutachter erwartete von der geplanten Umgehungsstraße in Putzbrunn eine kaum wahrnehmbare Steigerung der Verkehrsbelastung in der Grasbrunner Kirchenstraße. Die ca. zehnprozentige Zunahme sei akustisch nicht wahrnehmbar, dies sei erst bei einer Verdoppelung des Verkehrsaufkommens zu erwarten. Lediglich die Frequenzsteigerung in Stoßzeiten führe zu längeren Wartezeiten für Fußgänger. Alle Fraktionen zogen die Aussagen des Experten in Zweifel und erwarten besonders für den Ortsteil Harthausen eine deutliche Zunahme des Verkehrs. Diesen Verdacht begründeten sie besonders mit der Aussage Klostermeiers, dass alle möglichst schnell zur Autobahn gelangen wollen. Der Verkehrsgutachter räumte darauf ein, dass bereits jetzt ein Großteil der Harthausen querenden Fahrzeuge Ausweichverkehr mit dem Hauptziel München sei.
Weniger Gewerbe = weniger Verkehr
Klaus Korneder appelliert an die Gemeinderäte, dem Ersuchen Putzbrunns die Umgehungsstraße teilweise über Grasbrunner Gebiet zu führen, zuzustimmen. Irgendwann, so Korneder, werde auch er »ein Grasbrunner Anliegen« in der Nachbargemeinde vortragen und dann auf Unterstützung der dortigen Gemeinderäte hoffen.
Bis auf die CSU schlossen sich alle Fraktionen dieser Meinung an. Ursula Schmidt (CSU) führte aus, dass die Verkehrsbelastung für Harthausen nicht hinnehmbar sein und es durchaus die Möglichkeit gäbe, die Umgehungsstraße nicht über Grasbrunner Flur zu führen. Dies ginge zwar zu Lasten des Gewerbegebietes, doch weniger Gewerbefläche sei gleichbedeutend mit weniger Verkehr.