Mitten in Berg am Laim, nicht mal einen Kilometer vom Mittleren Ring entfernt, wächst ein urbaner Waldgarten. Auf einer Fläche von fast 2000 Quadratmetern am Michaelianger sollen Quitten, Zwetschgen, Maulbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Sauerkirschen, Renekloden, Bitterorangen und viele weitere Pflanzen gedeihen. Der urbane Waldgarten dient aber nicht nur zum Ernten und Naschen, sondern auch als grüne Aufenthaltsfläche sowie zur Umweltbildung.
Hinter dem Projekt steht der eingetragene Verein „Urbaner Waldgarten München”, der sich im August 2024 gründete und inzwischen über 50 Mitglieder zählt. Am Gärtnern oder bei anderen organisatorischen Aufgaben waren bisher sogar an die 100 Personen beteiligt. Die Grünfläche, die westlich der St.-Michael-Straße und nördlich der Barmherzigen Schwestern liegt, ist rund um die Uhr öffentlich zugänglich.
„Waldgärten bieten eine konkrete Antwort auf viele aktuelle Herausforderungen urbaner Räume – von Hitze und Artenverlust bis hin zum Wunsch nach mehr Begegnungsorten und Lebensqualität”, erläutert Quentin vom Verein „Urbaner Waldgarten München”. So sollen urbane Waldgärten Räume für Bildung, Gemeinschaft, Artenvielfalt und Erholung in einem angenehm gekühlten Mikroklima schaffen - und das mitten in der Millionenstadt.
Die Idee, in München einen urbanen Waldgarten zu schaffen, hatten Quentin und seine Mitstreiter Ende 2023, inspiriert von einem Vorbild in Berlin-Britz. Dass das Projekt in Berg am Laim umgesetzt wird, ist ein Verdienst des örtlichen Bezirksausschusses - das Gremium schlug im März 2024 die Fläche am Michaelianger vor. Im Sommer 2024 begannen die Gespräche zwischen der Stadt und dem Verein, ab Juni 2025 liefen ersten Planungsworkshops zum Design des Waldgartens in Berg am Laim. Im März diesen Jahres haben schließlich die ergänzenden Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern begonnen.
Die mehrschichtigen Pflanzen mit überwiegend essbaren Früchten sollen als „grüne Insel in der Stadt” die Anwohner zum Ernten und Naschen, zum Verweilen und Erholen einladen - und nebenbei einen Lebensraum für diverse Tierarten schaffen. Dazu gibt es im urbanen Waldgarten zum Beispiel ein Insektenhotel sowie eine Totholzhecke. Dem Aspekt der Umweltbildung wird mit Schildern sowie Angeboten für Kinder und Erwachsene gedacht.
Der Verein freut sich über alle, die sich an dem Projekt beteiligen möchten. Einen Infoabend gibt es am Dienstag, 9. Juni, um 18 Uhr direkt im Waldgarten an der St.-Michael-Straße. Bei der Stadtteilwoche in Berg am Laim am 27. und 28. Juni werden sich die Mitglieder mit einem Stand präsentieren. Am Mittwoch, 1. Juli, bieten sie um 18.30 Uhr eine Führung durch den urbanen Waldgarten mit einem Workshop zur Pflanzenbestimmung an. Weitere Informationen zum Verein finden Interessierte online unter waldgarten-muenchen.de.